Mythos Odessa
Kulturstadt zwischen den Welten

53 Min.
Verfügbar von 03/06/2018 bis 02/07/2018
Live verfügbar: ja
Untertitel für Gehörlose
Berühmte Schriftsteller wie Iwan Bunin, Nikolai Gogol oder Isaak Babel haben in der schönen Stadt am Schwarzen Meer erkennbar ihre Spuren hinterlassen. Aber auch prägende Bewohner des heutigen Odessa kommen zu Wort. Die Doku zeigt Odessa als imposante Kulturstadt mit einer Privatsammlung im alten Filmstudio, in dem einst Eisenstein gearbeitet hat.
Zarin Katharina II. wollte mit Odessa das Tor nach Europa öffnen – der internationale kulturelle Einfluss auf die Stadt zog sich durch die Jahrhunderte. Der Architekt Francesco Boffo bekam den Auftrag, Odessa zu einem neoklassizistischen Open-Air-Museum zu machen, das sich mit Sankt Petersburg messen sollte. Berühmte Künstler fühlten sich von der Stadt angezogen und haben Odessa nach und nach zu einer Kulturmetropole gemacht. Der Charme von Odessa war sagenumwoben – "das Fremde" war willkommen, die Stadt wurde zum Magneten für kreative Menschen aus der ganzen Welt. Dort lebten jahrzehntelang russische Dichter und Maler, ukrainische Schriftsteller und Musiker, jüdische Architekten und Opernsänger, polnische Dichter und Bildhauer. Vor 100 Jahren kamen gleich nach der Oktoberrevolution auch die Künstler der hoffnungsvollen und experimentierfreudigen russischen Avantgarde, und auch sie hinterließen einen kulturellen Schatz in der bildenden Kunst, der Gestaltung von Stadtarchitektur und Landschaftsgärten. Und selbst in über 70 Jahren Sowjetzeit war Odessa bekannt für Nonkonformität und künstlerische Freiheit. Heute, 30 Jahre nach dem Ende der Sowjetunion, eint Odessa Neubeginn und Tradition, die auf der reichen russischen Kultur aufbaut. Selbst die politischen Zwistigkeiten zwischen der Ukraine und Russland rücken dort in den Hintergrund. Die Stadt Odessa versteht sich als kultureller Mikrokosmos neben den Zeiten und als Tor und somit auch Brücke nach Europa.

Regie :

Inga Wolfram

Land :

Deutschland

Jahr :

2018

Herkunft :

MDR