Re: Auf dem Rücken der Frauen
Die Lastenträgerinnen von Melilla

2 Min.
Verfügbar: vom 22. November 2017 bis zum 22. Dezember 2017
Nächste Ausstrahlung : Mittwoch, 22. November um 19:40
Europas südlichste Außengrenze verläuft in Melilla an der nordafrikanischen Mittelmeergrenze. Bis zu 70 Kilo schwere Pakete können von Anrainern als zollfreies "Handgepäck" an der Grenzstation Barrio Chino weitgehend unkontrolliert die Grenze passieren. Ein lukratives Geschäft für Händler, aber menschenunwürdige Arbeit für die LastenträgerInnen wie Nora El-Koukho.
Europas südlichste Außengrenze verläuft in Melilla an der nordafrikanischen Mittelmeergrenze. Die spanische Exklave lebt vom Handel mit aussortierten Second-Hand-Waren, die als zollfreies „Handgepäck“ auf den Schultern marokkanischer Lastenträgerinnen den afrikanischen Binnenmarkt erreichen.
„Das ist keine Arbeit, das ist Krieg!“ Nora El Koukhou ist eine dieser menschlichen „Packesel“, die täglich für ein paar Stunden die waschmaschinenschwere Ware sowohl auf einem Skatebord als auch eng am Körper verschnürt über die Grenze wuchtet. Solange die Ware am Körper liegt, bleibt sie nämlich steuer- und zollfrei. Es ist ein perfides Geschäft mit dem lukrativen Handel unter menschenunwürdigen Bedingungen und stellt einen der wichtigsten Wirtschaftsfaktoren für Melilla dar.
Die Lastenträger – unter ihnen auch zunehmend Männer, Jugendliche, aber auch alte und kranke Menschen – profitieren davon kaum.
Wenn die Grenzübergänge schließen, stagniert der Warenverkehr und Frustration kommt auf. Während Nora El Koukhou verzweifelt ums Überleben kämpft, bleibt der Händler Mohammed Abdelkader auf seinen Waren sitzen. "Re" begleitet die marokkanische Lastenträgerin am Grenzübergang Barrio Chino und ermöglicht einen Einblick in die komplexen Machenschaften mitten in Europa.

Besetzung und Stab

Land :

Deutschland

Jahr :

2017