Re: Überleben in Venedig

Einwohner wehren sich gegen Massentourismus

Ausschnitt (2 Min.)
Verfügbar vom 24/04/2019 bis 23/05/2019
Nächste Ausstrahlung am Mittwoch, 24. April um 19:40
AudiodeskriptionUntertitel für Gehörlose
Die Reportage-Reihe erzählt Geschichten von Menschen – authentisch und ganz nah dran. In dieser Folge: Venedig schrumpft. Jedes Jahr verlassen rund 1000 Venezianer ihre Heimatstadt, vertrieben vom Massentourismus. Der verwandelt Venedig zunehmend in einen Vergnügungspark für Tagesgäste. Viele junge Venezianer kämpfen deshalb für eine Zukunft in ihrer Heimatstadt.

Sebastian Fagarazzi gehört einer bedrohten Menschenart an: Er ist Venezianer. Die Mehrheit seiner Freunde hat Venedig bereits verlassen, auch seine Zukunft in der Lagunenstadt ist ungewiss. Wohnungspreise explodieren, Jobs außerhalb der Tourismusbranche sind Mangelware. „ARTE Re:“ begleitet ihn durch eine Stadt, die immer mehr zur Touristenkulisse verkommt.
Bis zu 30 Millionen Besucher kommen pro Jahr nach Venedig, die meisten nur für wenige Stunden. Mit ihnen müssen sich die rund 54.400 Einwohner enge Gassen und schmale Brücken teilen. Für Sebastian wird der Gang zum Supermarkt so zum Spießroutenlauf. Doch er sieht in der Not auch eine Chance: Gemeinsam mit seiner Partnerin Valeria versucht er, einen verträglicheren, nachhaltigeren Tourismus zu fördern. Auch die Jugendlichen von „Generazione Noventa“ (Generation 90) wollen sich nicht vertreiben lassen. Sie organisieren Demos und konfrontieren Touristen mit den Problemen der Stadt und ihrer Einwohner. Für sie steht fest: Eine Touristen-Obergrenze muss her. Doch damit tun sich die Stadtoberen schwer. Die Tourismusbeauftragte Venedigs, Paola Mar, betont, dass die Stadt allen gehöre, Einwohnern wie Besuchern. Die Uhr tickt: Können die Venezianer den Ausverkauf ihrer einzigartigen Stadt noch aufhalten?


Land :

Deutschland

Jahr :

2017

Herkunft :

WDR