Auf den Dächern der Stadt
Berlin

Ausschnitt (2 Min.)
Verfügbar von 19/09/2018 bis 18/10/2018
Live verfügbar: ja
Nächste Ausstrahlung am Mittwoch, 19. September um 18:35
Untertitel für Gehörlose

Rom, Bangkok, Berlin, London, Los Angeles – fünf Städte, fünf verschiedene Welten. In dieser Folge: Berlin ist die politische und historische Hauptstadt Deutschlands, aber auch eine der wichtigsten Kulturmetropolen der Welt. Sie ist Heimat zahlreicher Künstler und Kulturschaffender, die längst auch die Dächer der Stadt erobert haben.

Berlin ist eine der ältesten und zugleich jüngsten Hauptstädte Europas. Ab dem 13. Jahrhundert war sie die Hauptstadt Brandenburgs, doch erst 1990, nach dem Mauerfall und der Wiedervereinigung, wurde sie auch wieder zum Regierungssitz Deutschlands. In knapp drei Jahrzehnten hat sich Berlin in städtebaulicher und architektonischer Hinsicht so stark verändert wie kaum eine andere historische Metropole in Europa. In Kreuzberg zum Beispiel wurde 1987 ein altes Parkhaus in eine Kita mit Dachgarten verwandelt, wo die Kinder eine kleine grüne Ruhe-Oase inmitten der lärmenden Großstadt finden. Hier gibt es einen kleinen Lehrgarten, in dem von den Kindern neben Kräutern auch Gemüse angebaut wird. In den 70er Jahren zogen zahlreiche junge Menschen nach Kreuzberg, besetzten Häuser und retteten viele Gebäude vor der Zerstörung. 30 Jahre später leben manche der ehemaligen Hausbesetzer immer noch hier. Sie erzählen davon, wie sie die Häuser in Eigenregie renoviert und dabei auch grüne Dächer und kleine Dachgärten gestaltet haben, die sie bis heute in kollektiver Selbstverwaltung pflegen. Der Teufelsberg mitten im Grunewald, Berlins größter Grünfläche, ist heute Spielwiese für unterschiedlichste urbane Künstler. Graffiti-Künstler, Crossgolfer und Vertical Dancer finden ihr Glück auf den Dächern der ehemaligen Radaranlage, von der aus US-amerikanische und britische Geheimdienste einst den Osten abgehört haben. Im November 2009, zum 20. Jubiläum des Mauerfalls, inszenierte die Truppe des Theaters Anu, das seit über zehn Jahren poetische Theaterformen im öffentlichen Raum erforscht, auf den Dächern von Berlin die Performance „Engelland“: acht Engel, acht Schicksale, die durch den Bau einer Mauer bestimmt wurden. Seit 1999 beherbergt das Reichstagsgebäude den Deutschen Bundestag. Das Dach wird von der berühmten gläsernen Kuppel überragt, welche die Transparenz der deutschen Demokratie und die Volkssouveränität symbolisiert. Der Streifzug durch Berlin endet in Neukölln, wo man im Kulturdachgarten Klunkerkranich Berlins lebendige Musikszene entdecken kann.

Regie :

Xavier Lefebvre

Land :

Frankreich

Jahr :

2018

Herkunft :

ARTE