Erstaunliche Gärten
Landschaftspark Duisburg-Nord

26 Min.
Verfügbar von 09/09/2018 bis 15/11/2018
Live verfügbar: ja

Im Ruhrgebiet entstand vor 25 Jahren der Landschaftspark Duisburg-Nord, eine erstaunliche Verbindung zwischen Natur und Industrie. Landschaftsarchitekt Peter Latz erfand eine neue Ästhetik, ohne die stillgelegten Industrie-Anlagen zu zerstören. Er band sie ein, interpretierte sie neu. Die Natur hat hier wieder Oberhand gewonnen und ein neues Ökosystem geschaffen.

Natur trifft auf Industriekultur: Ein Jahrhundert lang prägte die Schwerindustrie die Landschaft entlang der Ruhr und hinterließ Schlote und Hochöfen. Auch am Stadtrand von Duisburg erhebt sich noch ein solcher Riese aus Stahl. Ein Anblick, der so gar nicht unserer Vorstellung eines Parks zu entsprechen scheint. Und doch erstreckt sich zu seinen Füßen – auf einer ehemaligen Brache zwischen Autobahnen – eine der bemerkenswertesten Gartenanlagen des ausgehenden 20. Jahrhunderts. Auf 230 Hektar sind Bahngleise, verrostete Anlagen und ein Gewirr von Rohrleitungen zu einer monumentalen Landschaft gestaltet worden. Das revolutionäre Konzept des Parks wurde in den 90er Jahren von Peter Latz entworfen. Mit der Revitalisierung dieses Ortes ist ihm und seinem Team ein Wunderwerk gelungen, das die Landschaftsarchitektur weltweit beeinflusst hat. Ein Charakteristikum des Parks sind die sogenannten Pionierpflanzen. Die ersten siedelten sich dort an, wo nichts mehr wuchs. Sie kamen als blinde Passagiere mit den Erzladungen oder wurden aus den Gärten der Arbeiter herübergeweht. In den 80er Jahren zählte man hier etwa 300 Arten. Heute ist der Park ein Musterbeispiel für die Umwidmung postindustrieller Stätten in urbane Erlebnisräume. Der alte Gasometer wurde 1996 stillgelegt und mit beträchtlichem Aufwand von Rost und Ablagerungen gereinigt. Mit 45 Meter Durchmesser und 13 Meter tief ist es eines der größten Tauchbecken Europas.

Regie :

Pat Marcel

Land :

Frankreich

Jahr :

2017

Herkunft :

ARTE F