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Männerfreundschaften: Ein regelrechter Freundschaftskult unter Männern war in der Weimarer Klassik weit verbreitet, ausgelebte Homosexualität dagegen verpönt. Kultregisseur Rosa von Praunheim stellt die Frage, was alles hinter den Kulissen lief: Wie viel wurde offen gelebt? Der Regisseur folgt einschlägigen historischen Biografien und gibt überraschende Einblicke.
Mit „Männerfreundschaften" hat der Kultregisseur Rosa von Praunheim einen Film über Homoerotik in der deutschen Klassik geschaffen. Schon in Goethes Werk gab es viele Andeutungen auf Homosexualität. Viele Frauenbeziehungen hat man dem Dichter unterstellt. In Wirklichkeit scheint er erst mit Ende 30 in Italien Sex mit einer Frau gehabt zu haben. Und es gibt viele Männerfreundschaften in der deutschen Klassik. In Schillers letztem unveröffentlichtem Theaterstück „Die Malteser" sollten die Hauptpersonen ein schwules glückliches Paar verkörpern – im Sinne der griechischen Liebe. Der Kunsthistoriker Johann Joachim Winckelmann besang in seinen Werken die Schönheit der männlichen griechischen Skulptur und beeinflusste damit eine ganze Epoche. Ebenso unterhielt Alexander von Humboldt enge Männerbeziehungen, die er zeitlebens nur versteckt auf Reisen leben konnte. Der Dichter August von Platen wurde von Heinrich Heine als homosexuell geoutet – und bei Heinrich von Kleist findet sich ein leidenschaftlicher Liebesbrief an den General Ernst von Pfuel. Nicht zu vergessen der exzentrische Herzog Emil August von Sachsen-Gotha-Altenburg, der Napoleon in Frauenkleidern empfangen haben soll. Der Film lässt Historiker zu Wort kommen und illustriert die Interviews mit Spielszenen.

  • Regie :
    • Rosa von Praunheim
  • Land :
    • Deutschland
  • Jahr :
    • 2018
  • Herkunft :
    • MDR