57 Min.
Verfügbar vom 28/06/2019 bis 25/07/2021

Entweder rosa oder blau, entweder Junge oder Mädchen: Damit diese Ordnung nicht gestört wird, werden zahlreiche intersexuelle Kinder nach ihrer Geburt systematisch mit Hormonen oder durch chirurgische Eingriffe behandelt. Vincent Guillot und Ins A Kromminga wollen das nicht länger stillschweigend hinnehmen ...

Erst spät in seinem Leben hörte Vincent Guillot zum ersten Mal das Wort, das auf ihn zutrifft: intersexuell. Seitdem trifft er sich, wie auf einer Suche nach sich selbst, immer wieder mit anderen intersexuellen Menschen. Ins A Kromminga ist eine deutsche Künstlerin, deren eindrückliche Zeichnungen besser als jedes Wort die Erfahrungen von intersexuellen Menschen beschreiben. Ins gehört zu jenen Menschen, deren Intersexualität erst im jugendlichen Alter zum Vorschein kam. Bei ihrer Geburt wurde sie als Mädchen eingetragen, in der Pubertät begann ihr Körper schließlich, männliche Merkmale auszubilden. Mit Direktheit und Humor kämpfen die beiden für die Emanzipation einer ins Abseits gedrängten Minderheit, die eine Anerkennung ihrer Rechte fordert – in einer Gesellschaft, in der medizinische Eingriffe nicht der Heilung wegen vorgenommen werden, sondern um die Körper der offiziellen Norm von Männlichkeit und Weiblichkeit anzugleichen. Doch wenn man mit Skalpellschnitten und Sexualhormonen kleine Mädchen und Jungen „herstellt“, dann ist dies ein irreversibler Eingriff, der häufig fatale psychische und physische Folgen nach sich zieht. Die Dokumentation begleitet außerdem ein Treffen, an dem jeden Sommer intersexuelle Menschen aus der ganzen Welt teilnehmen, um sich auszutauschen. Vincent organisiert es in Douarnenez in der Bretagne. Die Teilnehmer kommen aus unterschiedlichsten Ländern wie Taiwan, Bulgarien, Österreich oder auch aus dem Kongo, und alle haben ähnliche Geschichten und traumatische Erfahrungen durchlebt.

  • Regie :
    • Regine Abadia
  • Land :
    • Frankreich
  • Jahr :
    • 2017
  • Herkunft :
    • ARTE F

Bonus und Ausschnitt