KupkaPionier der abstrakten Kunst

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Verfügbar vom 05/07/2020 bis 10/08/2020
Nächste Ausstrahlung am Sonntag, 16. August um 05:30
In seinen langen Lebensjahren sah Frantisek Kupka (1871-1957), wie sich zahlreiche moderne Kunstrichtungen wie Impressionismus, Futurismus, Kubismus, Dadaismus und Suprematismus einander ablösten. Er selbst bekannte sich allerdings nie zu einer Strömung - sein bahnbrechendes Werk schuf er im Alleingang: 1912 sorgte er mit "Amorpha, Fuge in zwei Farben" für Aufsehen.
In seinen langen Lebensjahren sah Frantisek Kupka (1871-1957), wie sich zahlreiche moderne Kunstrichtungen wie Impressionismus, Futurismus, Kubismus, Dadaismus und Suprematismus einander ablösten. Er selbst bekannte sich allerdings nie zu einer Strömung; sein bahnbrechendes Werk schuf er im Alleingang. 1912 sorgte er mit „Amorpha, Fuge in zwei Farben“ für Aufsehen, das als erstes öffentlich ausgestelltes, nichtgegenständliches Werk in die Kunstgeschichte einging. Ein Einzelgänger, gebildet, engagiert – die ihm gebührende Anerkennung ist Kupka lange vorenthalten worden. Und doch ist er einer der bedeutendsten und maßgeblichen Maler unserer Moderne. Die Inspiration für sein künstlerisches Vokabular schöpfte er aus Bereichen wie der Stilisierung von Naturlandschaften, den Parallelen von Farbe und Musik, aus dekonstruierten Bewegungsabläufen und der künstlerischen Interpretation des Sternenhimmels. Aus der Verbindung all dieser Sinneswahrnehmungen entstand eine neue, universelle Sprache, die der tschechische Maler fortwährend weiterentwickelte. Erstaunlich ist, dass Kupka auch ein talentierter Karikaturist war, der sich gesellschaftlich engagierte und mit seinen bissigen Zeichnungen in französischen Satirezeitschriften wie „L’Assiette au beurre“ das Bürgertum auf die Schippe nahm; er verurteilte Religion, Krieg und Kapitalismus. Was ihn nicht daran hinderte, 1914 trotz seines fortgeschrittenen Alters für Frankreich in den Ersten Weltkrieg zu ziehen. Wie andere Pioniere der abstrakten Kunst interessierte sich Kupka stark für Theosophie und Spiritualität. Er dachte viel über metaphysische Fragen, aber auch über die Schöpfung nach und darüber, welchen Platz der Mensch im Zentrum des Universums einnimmt. Für die Theosophen ist klar, dass der Mensch mit Hilfe von Meditations- und Versenkungstechniken seine körperliche Hülle verlassen kann, um nur noch reiner Geist zu sein. Die Abstraktion war für Kupka nur ein Schritt auf dem Weg zu einer rein geistigen Ausdrucksweise, um die Seele der Betrachter unmittelbar zu erreichen.

  • Regie :
    • Jacques Loeuille
  • Land :
    • Frankreich
  • Jahr :
    • 2016
  • Herkunft :
    • CT
    • ARTE