Stilles Land

95 Min.
Verfügbar von 14.02.2018 bis 20.02.2018
Live verfügbar: Ja

In einer kleinen Stadt irgendwo im flachen Norden der DDR gibt es ein Theater mit einer winzigen Bühne, mittelmäßigen Schauspielern und großen Träumen, die hier begraben wurden. An diesen Ort verschlägt es den jungen Regisseur Kai. Während er um die Durchsetzung seiner Ideen kämpft, wird irgendwo in der fernen HauptstadtRevolution gemacht, denn es ist Herbst 1989 ...

Ein Provinztheater in der DDR. Die Zuschauer sind rar, an Talente glaubt hier niemand. Der Running Gag lautet: „Wir sehen uns dann in Hollywood!“ Kai, der neue Regisseur, ist über die Zustände in der Kleinstadt und am Theater zunächst erschrocken. Seine Wohnung wurde zuvor von Katzen bewohnt und ist verwahrlost, in der Dorfkneipe begeht er den Fehler, einen Tee zu bestellen, und wird daraufhin verprügelt. Doch Kai ist nicht der einzige hier Gestrandete. Claudia hat sich an sämtlichen Theatern beworben und wurde nur hier genommen. Kai macht sich an eine Inszenierung von „Warten auf Godot“ und versucht, das Theater umzukrempeln. Verbissen tut er alles dafür, das Theater zu modernisieren, es vom Kleinstadt-Mief zu befreien. Doch er hat nicht mit den Schauspielern und anderen Theatermachern gerechnet, für die dieses Theater den Lebensmittelpunkt darstellt und die auf Kais bestimmende Art eher trotzig reagieren. Auch als Claudia und Kai sich näherkommen, hat er für sie nicht viel übrig. Zu sehr ist er mit seinem Stück und vor allem mit sich selbst beschäftigt. Während im Theater also alle auf Godot warten, wartet der Rest der Bevölkerung darauf, dass etwas passiert. „Das Land ist still!“, klagt einer der Schauspieler an. Der Direktor solle endlich einmal von etwas Relevantem sprechen, über Ungarn, über die Prager Botschaft! Die Theatertruppe macht sich daran, eine Petition an Honecker zu verfassen, in der sie Demokratie fordern. Sie organisieren eine Montagsdemonstration, besorgen sich eine Antenne, um westdeutsches Fernsehen zu empfangen, und versuchen nach Berlin zu gelangen, als die Mauer fällt. Nur Claudia gelingt es, per Anhalter in die Hauptstadt zu kommen …

Besetzung und Stab

Kamera :

Andreas Höfer

Schnitt :

Rita Reinhardt

Musik :

Tobias Morgenstern
Rainer Rohloff

Produktion :

Max Film Wolfgang Pfeiffer Filmproduktion
Hochschule für Film und Fernsehen 'Konrad Wolf'
MDR
SWF

Produzent/-in :

Wolfgang Pfeiffer

Regie :

Andreas Dresen

Drehbuch :

Andreas Dresen
Laila Stieler

Darsteller :

Thorsten Merten
Jeannette Arndt
Kurt Böwe
Hans-Uwe Bauer
Petra Kelling
Horst Westphal
Katrin Martin
Asad Schwarz
Mathias Noack

Redaktion :

Christian Granderath
Karl-Heinz Staamann

Land :

Deutschland

Jahr :

1992

Herkunft :

NDR