Nero: Plädoyer für eine Bestie (1/2)

2 Min.
Verfügbar von 03.02.2018 bis 04.05.2018
Nächste Ausstrahlung : Samstag, 3. Februar um 21:05

Nero ist der Inbegriff des wahnsinnigen Tyrannen. Die Althistoriker Mischa Meier und Claudia Tiersch und der Kirchenhistoriker Christoph Markschies liefern Argumente dafür, dass ein solcher Nero nie existiert hat: Neros Herrschaft erfährt eine neue Interpretation. Neues auch visuell: Die Schauspieler agieren mit Hilfe von Computerrekonstruktionen mitten im antiken Rom.

Die Dokumentation stellt dar, dass Nero das Opfer antiker Chronisten wurde, die der Oberschicht angehörten: Sie rächten sich an einem Kaiser, der die Eliten entmachtete. Der Film folgt Neros Lebensweg. Er war Sohn einer machthungrigen Mutter namens Agrippina, mit der er in einen immer größeren Konflikt gerät. Der Muttermord erscheint als letztes Mittel der dynastischen Politik. Dieses Verbrechen wird im Licht der damaligen Zeit analysiert, Neros persönliche Fähigkeiten und Defizite erörtert.
Er erscheint als Herrscher, der bereits zu Lebzeiten nie den Erwartungen der Eliten von „gutem Kaisertum” entsprach, wenn auch aus anderen Gründen als zumeist bekannt: Seine künstlerischen Ambitionen verwirrten sie, seine Absage an grausame Gladiatorenkämpfe und kriegerische Expansion verachteten sie. Nero regierte eine Gesellschaft mit anderen Werten und Gesetzen, in der Grausamkeit zur Konvention und Mord an Familienangehörigen zum legitimen Mittel der Politik gehörte.

Besetzung und Stab

Regie :

Martin Papirowski

Land :

Deutschland

Jahr :

2016

Herkunft :

NDR

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