Paläste für das Volk
Nationaler Kulturpalast Sofia

2 Min.
Verfügbar: vom 26. November 2017 bis zum 3. Dezember 2017
Nächste Ausstrahlung : Sonntag, 26. November um 11:10
Die Reihe erzählt die bisweilen bizarren Geschichten der gigantischen sozialistischen Volkspaläste. In dieser Folge: Ein Palast als Geburtstagsgeschenk - Der Nationale Kulturpalast in Sofia wurde als Festspielhaus für die Feierlichkeiten zum 1.300-jährigen Bestehen Bulgariens gebaut und zu diesem Zweck 1981 eröffnet.
Der Kulturpalast in Sofia wirkt im Vergleich zum Größenwahn in den anderen Palästen fast moderat. In nur vier Jahren wurde er aus dem Boden gestampft und 1981 zur Feier des 1.300-jährigen Bestehens von Bulgarien eröffnet. Die treibende Kraft hinter dem Projekt war Ljudmila Schiwkowa, die damalige Kulturministerin und Tochter des langjährigen bulgarischen Staatsoberhauptes Todor Schiwkow. Damals glänzte das pompöse Kultur- und Kongresszentrum mit futuristischer Technik und beherbergte alle nur vorstellbaren Kunstgegenstände. Jeder Werktätige musste – ob er wollte oder nicht – einen Tageslohn spenden, um die immensen Baukosten abzufedern. Er wurde vom Gehalt abgezogen, wodurch fast 15 Prozent der Kosten zusammenkamen. Ein Werbefilm von 1980 präsentiert voller Stolz die moderne Technik: kolossale Apparaturen mit blinkenden Lichtern, tausend Knöpfchen und Tasten, Wände mit quadratmetergroßen Schaltplänen, ganze Sitzreihen, die wie von Geisterhand gezogen in den Wänden verschwinden. Heute scheint der Palast vor allem eine Heimstatt und ein Museum seiner eigenen Belegschaft zu sein. Die Dokumentation begegnet Mitarbeitern, die hier nahezu ihr ganzes Leben verbracht und in der Abgeschiedenheit ihrer kaum aufzufindenden Arbeitsräume alle Systemwechsel und EU-Beitritte überdauert haben. Die Sanierungskosten des schnell aus der Mode gekommenen Palastes werden derzeit durchgerechnet. Bulgarien übernimmt 2018 die EU-Ratspräsidentschaft – bis dahin müssten die Renovierungsarbeiten abgeschlossen sein.

Besetzung und Stab

Regie :

Georgi Bogdanov
Boris Missirkov

Land :

Deutschland

Jahr :

2016