Die neuen Fenster der Kathedrale von Reims

Ein Geschenk Deutschlands an Frankreich

26 Min.
Verfügbar vom 12/03/2019 bis 09/06/2019

Ein Meer aus Farbsplittern ziert seit Mai 2015 drei Fenster der Kathedrale von Reims – dank Imi Knoebel, dem Minimal-Art-Künstler und ehemaligen Schüler von Joseph Beuys. Dass ausgerechnet ein deutscher Künstler die Fenster der Kathedrale, die im Ersten Weltkrieg von deutschen Truppen bombardiert wurde, gestalten durfte, demonstrierte eine starke deutsch-französische Beziehung.

Die Kathedrale von Reims ist ein geschichtsträchtiger Ort: Hier wurden fast alle französischen Monarchen gesalbt und gekrönt, darunter auch der Sonnenkönig Ludwig der XIV. Im Ersten Weltkrieg geriet das Wahrzeichen der Franzosen durch deutsche Truppen unter Beschuss und wurde dabei stark in Mitleidenschaft gezogen; viele der prächtigen Kathedralenfenster wurden zerstört. Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg, im Juli 1962, trafen sich hier, im Allerheiligsten des französischen Staates, der damalige deutsche Bundeskanzler Konrad Adenauer und der französische Präsident Charles de Gaulle als Akt der Versöhnung. Doch in den Fenstern der Kathedrale klafften bis vor kurzem noch immer leere Rahmen. Bereits im Jahr 2011 wurde der Düsseldorfer Künstler Imi Knoebel damit beauftragt, sechs Fenster für den Altarbereich der Kathedrale zu entwerfen, andere Fenster waren zuvor schon von Marc Chagall ersetzt worden. Vier Jahre später übereignete der Minimal-Art-Künstler und ehemalige Schüler von Joseph Beuys Frankreich drei weitere seiner in Form und Farbe vielfältigeren Entwürfe als Geschenk der Versöhnung für die Kapelle Jeanne d’Arc. Bunte Farbsplitter aus Blau, Grün, Orange, Rot, Violett und Gelb zieren nun die einst leeren Fenster der Kathedrale und sorgen für ein kaleidoskopisches, geradezu magisches Farbenspiel. Im Mai 2015 wurden die neuen Fenster feierlich von den beiden Außenministern Laurent Fabius und Frank-Walter Steinmeier eingeweiht. Der Filmemacher Peter Braatz hat die Entstehung und Einsetzung der Fenster begleitet.

Regie :

Peter Braatz

Land :

Deutschland

Jahr :

2015

Herkunft :

WDR