Heilkraft der Klänge

53 Min.
Verfügbar von 11.02.2018 bis 12.03.2018
Live verfügbar: Ja

Was vermag Musik? Kann ein Klang heilen? Dass in Musik ein therapeutisch-heilsames Potenzial zu stecken scheint, wird besonders in orientalischen und asiatischen Kulturen bis heute nicht angezweifelt. Hingegen hat der Mensch aus den aufgeklärten Gesellschaften des Westens die Erkenntnisse der Wissenschaft und Empirie gegen den Glauben an das Heilsame in den Klängen eingetauscht.

Nicht dass ein Klang schwere Erkrankungen zu heilen vermag, aber in der relativ jungen schulmedizinischen Erkenntnis, dass Heilung des Körpers ohne gleichzeitige Pflegemaßnahmen der Seele nicht optimal funktioniert, hat auch die Musik als wirksame therapeutische Zutat wieder ihren Platz gefunden. Auf seiner Reise durch unterschiedliche Welten der heilsamen Klänge macht der Film auch Station in der Türkei. Hier ist die Miteinbeziehung der Musik zur Genesung eine seit vielen Jahrhunderten gelebte Tradition. In der Dokumentation wird der Wiener Intensivmediziner und Pianist Klaus-Felix Laczika gemeinsam mit seinem Kollegen Thomas Staudinger nicht nur Schubert musizieren, sondern einen aufschlussreichen Exkurs in die therapeutisch wirksamen Klänge von Bach‘scher Musik unternehmen. Eine magische Welt des Klangs mit großem Potenzial zur Findung des inneren Gleichgewichts eröffnet der Klang der japanischen Bambusflöte Shakuhachi. An der Kremser Fachhochschule wurde für den Film erstmalig ein Experiment zur Untersuchung von therapeutischen Qualitäten des außergewöhnlichen Flötenklangs gestartet. Die Dokumentation begleitet die Musiktherapeutin Astrid Heine ans Krankenbett eines Wachkomapatienten. Der Zuschauer wird zum hautnahen Teilnehmer an der therapeutischen Situation, die nicht nur von Klang und Musik geprägt ist, sondern vor allem durch das berührende Einfühlungsvermögen der Therapeutin. Schließlich begegnet der Zuschauer mit einem der weltweit bedeutendsten Pianisten unserer Zeit. Seine Sicht und Erklärung auf die Wirkung von Mozarts Musik unterzieht das Klischeebild des „gottgesandten Komponisten“ einer wohltuenden Korrektur. Vor allem ist diese Dokumentation aber ein Film des intensiven Hörens von großartigen, vielleicht noch nie gehörten Klängen und des sensiblen Wahrnehmens leiser Zwischentöne – in der Musik und im Gesagten.

Besetzung und Stab

Regie :

Herbert Eisenschenk

Land :

Österreich

Jahr :

2015

Herkunft :

WDR