Europa und seine Schriftsteller: Österreich erzählt von ...
Arno Geiger, Robert Menasse und Josef Winkler

52 Min.
Verfügbar: 15/10/2017 bis zum 14/12/2017
Drei Schriftsteller sprechen über eine Nation, die gefangen ist in den Widersprüchen ihrer jüngsten Geschichte. Die Dokumentation beleuchtet die komplexe Identität des heutigen Österreichs und befragt dazu einige der herausragenden literarischen Köpfe des Landes: Josef Winkler, Robert Menasse und Arno Geiger.
Das im Herzen des Kontinents gelegene Österreich trägt noch die Narben der brutalen jüngeren Vergangenheit Europas und ist zugleich Reliquie des Ruhms und Niedergangs seiner Kaiserreiche. In der europäischen Literatur ist die heute auf ein kleines Territorium geschrumpfte einstige Großmacht von überproportionaler Bedeutung: Hugo von Hofmannsthal, Karl Kraus, Arthur Schnitzler zur Jahrhundertwende, Stefan Zweig, Robert Musil, Joseph Roth, Elias Canetti, Hermann Broch in der Zwischenkriegszeit, Ingeborg Bachmann, Thomas Bernhard, Gert Jonke in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, heute Peter Handke und Elfriede Jelinek. Werk und Biografie dieser Schriftsteller zeugen häufig vom besonderen Schicksal Österreichs in Europa: früher Kaiserreich, heute ein im Westen verankerter kleiner Staat in Mitteleuropa, deutschsprachig und an der Schnittstelle zu anderen Kulturen. Als Grenzland im Osten war Österreich Vorläufer eines Bundes der europäischen Völker und Kulturen. Die Identitätsfrage ist in Österreich sehr präsent, und zahlreiche Schriftsteller setzen sich mit der nationalen und politischen Sonderstellung auseinander – wenn sie nicht gerade ihrem Unmut über die österreichische Mentalität oder die Geschichte ihres Landes Luft machen. Von Robert Musil über Joseph Roth bis hin zu Thomas Bernhard, Ingeborg Bachmann und Elfriede Jelinek ist bei den österreichischen Schriftstellern des 20. und 21. Jahrhunderts eine breite Palette widersprüchlicher Heimatgefühle herauszulesen. Auch die drei zeitgenössischen Autoren, die im Film zu Wort kommen – Josef Winkler, Robert Menasse und Arno Geiger – setzen sich kritisch mit ihrem Land auseinander und spiegeln den aktuellen europäischen Kontext auf besondere Weise. Bei Geiger und vor allem Menasse ist das Interesse für die Geschichte und Politik Österreichs allgegenwärtig. Sehr aussagekräftig ist auch Josef Winklers persönlicher Werdegang im Spannungsfeld zwischen hier und anderswo.

Besetzung und Stab

Regie :

Michaël Gaumnitz
Nils Ahl

Land :

Frankreich

Jahr :

2014