"Death by hanging!"
Der Kriegsverbrecherprozess von Tokio

57 Min.
Verfügbar von 07/08/2018 bis 14/08/2018 Letzter Tag
Live verfügbar: nein
Im Jahr 1946 wurden 28 Personen der höchsten japanischen Führungsriege wegen Kriegsverbrechen angeklagt. Wie bei den Nürnberger Prozessen im Nachkriegsdeutschland sollte auch mit den Tokioter Prozessen ein Exempel statuiert werden. Die Geschichte eines vergessenen Prozesses.
Für Europa endete der Zweite Weltkrieg am 8. Mai 1945 – geprägt vom wohl schlimmsten Kriegsverbrechen aller Zeiten, dem Holocaust. In Asien zog sich der Krieg noch bis zum 2. September hin. Seine Merkmale: unzählige Kamikazeflieger, eine Durchhaltetaktik, die zum Massaker an hunderttausenden Zivilisten führte, und der Abwurf der ersten Atombombe. Nach Kriegsende forderten die Alliierten und die Bevölkerungsgruppen, die lange unter der japanischen Herrschaft gelitten hatten, einen Prozess für die Verantwortlichen dieser Schreckenszeit. Im Rahmen des dreijährigen Verfahrens beschäftigten sich elf Richter, 400 Zeugen und unzählige Anwälte, Staatsanwälte und Rechtsgelehrte damit, über Schuld oder Unschuld von 28 hohen japanischen Staatsvertretern zu urteilen. Die Tokioter Prozesse sollten ein starkes Signal in die Welt senden: Wer einen Angriffskrieg auslöst, muss fortan vor Gericht dafür geradestehen. Dafür wurde der noch neue, in den Nürnberger Prozessen erstmals verwendete Hauptanklagepunkt „Verbrechen gegen den Frieden“ herangezogen. Genau dieser Punkt führte dann jedoch zur Spaltung der Richter: Wie konnte man die Angeklagten für schuldig erklären, ohne Kaiser Hirohito, der über die gesamte Zeit hinweg Japans Staatsoberhaupt gewesen war, zu bezichtigen? Über diesen Anklagepunkt waren sich die elf Richter, die je aus einem alliierten Land kamen, uneinig … Anhand zahlreicher Notizen und privater Tagebücher kann heute gut nachvollzogen werden, welche Argumente die Richter vertraten und zu welchen Kontroversen die Anhörungen führten. Der Ausgang glich einer Farce – die Geschichte eines vergessenen Prozesses.

Regie :

Tim B. Toidze

Land :

Frankreich
Kanada
Japan

Jahr :

2015

Herkunft :

ARTE F