Patrice Chéreau inszeniert ElektraBeim Festival d'Aix-en-Provence 2013

111 Min.

Hommage an Patrice Chéreau: Entdecken Sie seine Inszenierung von « Elektra » vom Festival d‘Aix-en-Provence im Jahr 2013.

"Elektra" von Richard Strauss beim Festival von Aix-en-Provence, eine Inszenierung von Patrice Chéreau. Richard Strauss schuf einen fulminanten Einakter mit einer die Grenzen der Tonalität sprengenden Partitur. Aus dem fieberhaften Warten bricht sich unbändige Gewalt ihre Bahn, getragen von einem riesigen - mal zarten, mal entfesselten - Orchester und der Stimme der Frauen, die vom Leid einer zerstörten Familie singen.

„Agamemnon!“ Der Name des verstorbenen Königs von Mykene klingt wie eine schmerzvoll gefauchte Wehklage. Seit der Ermordung ihres Vaters durch die eigene Ehefrau wiederholt Elektra unablässig seinen Namen, die Rufe dienen als Ventil für ihre Gefühle. Sie weidet sich förmlich daran und wartet ungeduldig auf die Rückkehr ihres Bruders Orest, denn nur er kann den toten Vater rächen. Elektra harrt der Tat fieberhaft entgegen, die das Schicksal fordert und die Natur verdammt. Auf dieser Erwartungshaltung baute Sophokles seine Tragödie auf, die ihrerseits dem Dichter Hugo von Hofmannsthal, einem Mann des beginnenden 20. Jahrhunderts, als Grundlage für sein Libretto diente. Hofmannsthal wusste nur zu gut, dass jeder antike Mythos nichts weiter als eine ornamentreiche Verkleidung der menschlichen Seele ist.

Aus diesem gleichzeitig universellen und höchst persönlichen Aufschrei Elektras schuf Richard Strauss einen fulminanten Einakter mit einer die Grenzen der Tonalität sprengenden Partitur. Aus dem fieberhaften Warten bricht sich unbändige Gewalt ihre Bahn, getragen von einem riesigen – mal zarten, mal entfesselten – Orchester und der Stimme der Frauen, die vom Leid einer zerstörten Familie singen.

  • Land :
    • Frankreich
  • Jahr :
    • 2013