"Wer wird mich jetzt noch lieben?"

59 Min.
Verfügbar: vom 28. November 2017 bis zum 26. Februar 2018
Nächste Ausstrahlung : Dienstag, 28. November um 23:50
Saar ist schwul und lebt in London, seit seine orthodoxe Familie ihn vor 17 Jahren aus dem Kibbuz in Israel ausgeschlossen hat. Als Saar erfährt, dass er HIV-positiv ist, sucht er wieder ihre Nähe. Doch kann er ihre Vorurteile und Ängste überwinden? Unterstützt vom Soundtrack des berühmten Londoner Schwulen-Chors zeigt der Film Saars bewegende Reise zurück zu seiner Familie.
Der 40-jährige Saar hat nie den Vorstellungen seiner jüdisch-orthodoxen Familie in Israel entsprochen. Seitdem er sich vor 17 Jahren als schwul outete und deshalb aus dem Kibbuz verbannt wurde, existiert er in den Augen seiner Familie schlichtweg nicht mehr. Saar flüchtete aus Israel, um in London ein neues Leben zu beginnen: als freier, schwuler Mann, der seine Homosexualität voll auslebt. Nach dem Ende einer langjährigen Beziehung fand Saar sich in einem hemmungslosen Exzess von Drogen und Sex wieder. Der Schock war groß, als er erfuhr, dass er sich mit HIV infiziert hatte. Saar musste sein Leben völlig neu überdenken und suchte wieder die Annäherung an seine Eltern und Geschwister. Der berühmte London Gay Men’s Chorus, der für Saar zu einer Ersatzfamilie wurde, gab ihm den Mut, sich den Vorurteilen und Ängsten seiner eigenen Familie zu stellen. Einfühlsam, witzig, dramatisch und tief bewegend zeigt sich der Dokumentarfilm als die moderne Variante des alten biblischen Gleichnisses vom verlorenen Sohn. Saar drohte in der Fremde verloren zu gehen und konnte nur gerettet werden, wenn es ihm gelang Vergebung zu finden und wieder in der Mitte seiner Familie aufgenommen zu werden. Doch bevor es soweit war, mussten sich alle – Saar, seine Eltern und seine Geschwister – erst ihren tiefen Ängsten stellen und eine Antwort auf die Frage finden, was mehr zählt: die Liebe und der Zusammenhalt in einer Familie oder die engen Grenzen von Glauben und Religion?

Besetzung und Stab

Regie :

Barak Heymann
Tomer Heymann

Land :

Israel

Jahr :

2013