Indiens verlorene Töchter

53 Min.
Verfügbar vom 13/11/2018 bis 19/11/2018
Live verfügbar: nein

Viele Inderinnen verbindet ein tragisches Schicksal. Am Beispiel von vier Frauen zeigt die Dokumentation die dunkle, frauenfeindliche Seite Indiens. Die Emanzipation der indischen Frauen, die mit der Modernisierung und Verwestlichung des Landes kam, wird von Vätern und Ehemännern heftig bekämpft. Allmählich beginnt das Land, sich mit seiner Misogynie auseinanderzusetzen.

Saroj ist elf Jahre alt. Sie ist eines der wenigen Mädchen ihres Dorfes im indischen Bundesstaat Rajasthan, das die traditionelle Tötung weiblicher Babys überlebt hat. Pritti ist 25 und wurde zwangsverheiratet. Die Schläge und Demütigungen ihres Mannes lassen ihr jeden Tag endlos erscheinen. Das Leben der 38-jährigen modernen Suzette hat sich vor wenigen Monaten schlagartig verändert: Nachdem sie von fünf Männern missbraucht, vergewaltigt und angezündet wurde, kämpft sie nun dafür, dass ihre Angreifer angemessen bestraft werden. Chayya ist 74 Jahre alt und lebt in der Witwenstadt Vrindavan. Im Rückblick erscheint ihr Leben wie ein langer Weg voller Hindernisse: Am Todestag ihres Mannes entschied ihr Dorf, dass die Anwesenheit einer Witwe Unglück bringe, und Chayya wurde von ihrer eigenen Tochter aus dem Haus gejagt. Die Geschichten dieser vier Frauen veranschaulichen das tragische und schreckliche Schicksal, das viele Inderinnen verbindet. Sie zeigen das Land von einer unbekannten, dunklen Seite und beleuchten seine Frauenfeindlichkeit. Ein Jahr nach der Vergewaltigung von Jyoti Singh, der "tapferen Tochter Indiens", die wenige Tage später ihren Verletzungen erlag, beginnt das Land endlich, dieser Realität ins Auge zu sehen. Die Emanzipierung der indischen Frauen, die mit dem Wachstum, der Modernisierung und Verwestlichung des Landes einherging, wird von Vätern und Ehemännern entschlossen bekämpft – zur Not auch mit Gewalt.

Regie :

David Muntaner

Land :

Frankreich
Deutschland

Jahr :

2013

Herkunft :

ARTE