Sendetermine und Verfügbarkeit

Sendetermine: Montag, 30. Oktober um 23.20 Uhr

Livestream: ja

Online vom 30. Oktober bis zum 06. November 2017

Der Dokumentarfilm erzählt gemeinsam mit den Mitgliedern der Familie Le eine einzigartige deutsch-vietnamesische Geschichte. Denn die Les sind eine transnationale Familie: Ein Teil lebt seit über 40 Jahren in Bonn, der andere Teil im Süden Vietnams. Anlässlich des Todes des Familienoberhaupts kommen die deutschen und vietnamesischen Mitglieder der Familie wieder näher zusammen.

Das alte Haus der Familie Le liegt am Rande der Kleinstadt Ninh Hoa, unweit der Südküste Vietnams. Es ist ein von Frauen geführter Haushalt, weder reich noch arm, mit Hühnern hinter der Küche und Blick auf die umliegenden Reisfelder. Drei Generationen leben hier unter einem Dach zusammen. Anhand zweier Todesfälle in der Familie, 1975 und 2010, werden die Familienbande erkundet, die sich über alle Grenzen hinwegsetzen. Denn Zeremonien zur Verehrung der Ahnen erfordern das Einbeziehen der Lebenden. Stück für Stück werden die vietnamesischen Traditionen auch für den aus Deutschland anreisenden Teil der Familie wiederbelebt. Vietnam ist damit zunehmend mehr als nur ein reiner Sehnsuchtsort. Für die gesamte Familie Le, in Deutschland wie in Vietnam, beginnt eine neue Form des Zusammenlebens – nicht ohne Missverständnisse, aber mit einer wachsenden Aufmerksamkeit für die Bedürfnisse auf beiden Seiten. „Ein Haus in Ninh Hoa“ ist ein behutsamer und poetischer Dokumentarfilm, der gleichzeitig reales und imaginiertes Zuhause erforscht. In langen, unkommentierten Einstellungen, die dem alltäglichen Leben der Familie in Vietnam folgen, oder auch in Gesprächen über Heimat, die Ehe und verschiedene Bewusstseinsebenen, entfaltet sich nach und nach das Bild eines Familienkosmos. Allmählich wird die besondere Konstellation der Familie Le greifbar, die Vietnam, Deutschland und die Welt der Ahnengeister miteinander verbindet. Mit den Mitteln und der Ethik des Dokumentarfilms, aber unter Einbeziehung experimenteller Stilmittel, entwickelt sich so eine poetische Fiktion, die dennoch das analytische Potenzial postkolonialer Diskurse hat.

Besetzung und Stab
  • Regie: Philip Widmann
  • Land:Deutschland
  • Jahr:2014
  • Herkunft:ZDF
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Bonus und Ausschnitt