Medizin in fernen Ländern
Brasilien: Die Xingu-Medizin

3 Min.
Verfügbar: vom 28. Dezember 2017 bis zum 5. Januar 2018
Nächste Ausstrahlung : Donnerstag, 28. Dezember um 18:05
In der Dokureihe erklärt der Arzt Bernard Fontanille, welche Methoden die Menschen weltweit entwickelt haben, um Krankheiten zu kurieren. In Brasilien wurde ein auf die speziellen Bedürfnisse der Ureinwohner zugeschnittenes Projekt ins Leben gerufen, das bei der Ausbildung medizinischen Personals die traditionellen schamanischen Heilmethoden berücksichtigt.
In Brasilien leben rund 650.000 indigene Ureinwohner, die 220 ethnischen Gruppen angehören und 180 verschiedene Sprachen sprechen. Jede dieser Sprachen besitzt ein eigenes System zur Bezeichnung und Erklärung der verschiedenen Krankheiten und ihrer Heilmethoden, die oft mit schamanischen Praktiken und Pflanzenheilkunde verbunden sind. Die Ärzte, die in den abgelegenen Regionen des Parque Indígena do Xingu im nordöstlichen Mato Grosso arbeiten, müssen mit dieser ihnen fremden Kultur gut vertraut sein. Die meisten Xingu-Indianer lassen sich höchst ungern von einem modernen Mediziner behandeln. An der Universidade Federal de São Paulo (UNIFESP) hat Dr. Douglas Rodrigues deshalb das Projeto Xingu gegründet, das junge Ärzte und medizinisches Personal auf den Umgang mit den Indianern vorbereiten soll. Bernard Fontanille trifft die 32-jährige Krankenschwester Vânia Rabelo, die den Studiengang absolviert hat und seit drei Jahren im Xingu-Park bei den Kaiabis lebt. In Anwesenheit des Pajé, des traditionellen Heilers des Dorfes, erzählt sie von den kulturellen Besonderheiten des Stammes: "Die Kaiabi-Frauen mögen es zum Beispiel nicht, wenn man bei der Geburt eines Babys die Nabelschnur durchtrennt. Sie glauben, dass dies der Gesundheit schadet."

Besetzung und Stab

Regie :

Vincent Kelner

Land :

Frankreich

Jahr :

2012

Herkunft :

ARTE F