Akte Grüninger

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Nächste Ausstrahlung am Mittwoch, 28. November um 13:55
Audiodeskription
Im August 1938 schließt die Schweiz ihre Grenze für Flüchtlinge - eine lebensgefährliche Katastrophe für Juden aus Deutschland und Österreich. Doch im Kanton Sankt Gallen setzt der Kommandant der Schweizer Grenzpolizei Paul Grüninger aus moralischer Überzeugung alles aufs Spiel und rettet nach Schätzungen über 3.000 Menschen das Leben. Film (2014) von Alain Gsponer

1938 herrscht in Europa noch Frieden. Doch die Judenverfolgung und die Aggression von Nazi-Deutschland werfen ihre Schatten über den Kontinent. Im August versammeln sich im Schweizerischen Bundeshaus in Bern die zuständigen Minister und Polizeidirektoren aus 23 Kantonen auf Einladung des Chefs der Eidgenössischen Fremdenpolizei Heinrich Rothmund, um alarmierende Berichte von der Grenze zu diskutieren: Täglich überschreiten zahlreiche jüdische Ankömmlinge die Schweizer Grenze. Nach der Versammlung schließt die Schweiz ihre Grenze für jüdische Flüchtlinge. Von diesem Moment an darf niemand ohne gültiges Visum über die Grenze.
Zur Überprüfung der bisherigen illegalen Grenzübertritte leitet Rothmund eine Untersuchung ein. Polizeiinspektor Robert Frei, ein junger, ehrgeiziger und obrigkeitsgläubiger Beamter, wird in den Kanton Sankt Gallen beordert. Doch weiterhin gelangen Hunderte von Menschen ohne gültiges Visum über die Grenze. In Sankt Gallen kommt Frei einem Hilfssystem auf die Schliche, das von breiten Teilen der Bevölkerung getragen und vom Kommandanten der Schweizer Grenzpolizei Paul Grüninger ermöglicht wird.
Die jüdischen Einreisenden werden in einem Lager in Diepoldsau untergebracht, das Grüninger mithilfe des Vorstehers der Israelitischen Gemeinschaft Sidney Dreifuss in Betrieb hält. Im Laufe der Ermittlungen erhärtet sich der Verdacht, dass Grüninger Dokumente fälscht und Flüchtlinge ohne gültige Visa einreisen lässt.
Der Sankt Galler Polizeihauptmann gesteht Frei zwar seinen Gesetzesbuch: Doch er tue dies aus reiner Menschlichkeit und könne nicht anders. Grüningers Uneinsichtigkeit und der Anblick der hilfesuchenden Flüchtlinge lassen bei Frei Zweifel an der Richtigkeit seines Auftrags aufkommen. Soll er seinen Vorgesetzten seinen Bericht vorlegen? Oder Paul Grüninger decken?

 

 

 

 


Kamera :

Matthias Fleischer

Schnitt :

Michael Schaerer
Bernhard Lehner

Musik :

Richard Dorfmeister
Michael Pogo Kreiner

Produktion :

Makido Film
C-Films
ARTE
SRF / SRG SSR
Mecom München

Produzent/-in :

Anne Walser
Golli Marboe

Regie :

Alain Gsponer

Drehbuch :

Bernd Lange

Mit :

Stefan Kurt (Paul Grüninger)
Max Simonischek (Robert Frei)
Anatole Taubman (Sidney Dreifuss)
Robert Hunger-Bühler (Heinrich Rothmund)

Kostüme :

Zizi Bohrer-Lehner
Uschi Heinzl

Szenenbild / Bauten :

Marion Schramm

Redaktion :

Eric Morfaux
Sven Wälti
Maya Fahrni

Ton :

Johannes Paiha

Land :

Schweiz
Frankreich
Deutschland

Jahr :

2014

Herkunft :

ARTE
SSR