360° Geo Reportage
Auf der Spur des spanischen Luchses

(1 Min.)
Verfügbar von 16/04/2018 bis 22/04/2018
Live verfügbar: ja
Nächste Ausstrahlung am Freitag, 4. Mai um 07:15

Der Iberische Pardelluchs droht in Kürze auszusterben. Es wäre die erste Raubkatzenart seit dem Säbelzahntiger vor 10.000 Jahren, die von der Erde verschwindet - und das in Europa. Seit der Jahrtausendwende kämpfen Tierschützer im südspanischen Andalusien mit allen Mitteln um den Erhalt der Tiere.

Um die Jahrtausendwende wäre der Iberische Pardelluchs, die kleine Schwesternart des Eurasischen Luchses, beinahe ausgestorben. Bevölkerten noch vor wenigen Jahrzehnten mehr als 5.000 Tiere unzählige Landstriche Portugals und Spaniens, kommen sie heute in freier Wildbahn nur noch in zwei kleinen Revieren im südspanischen Andalusien vor, und zwar in den Wäldern der Sierra de Andújar und dem Nationalpark Doñana im Mündungsdelta des Guadalquivir am Atlantik. Um das Aussterben der Raubkatzenart zu verhindern, wurde Europas teuerstes Schutz- und Zuchtprogramm initiiert. Und es zeigt Wirkung. Die Population des Pardelluchses konnte sich in den letzten Jahren auf rund 250 Tiere fast verdoppeln. Trotzdem ist diese Zahl noch immer zu niedrig, um den Genpool der Katzenart dauerhaft als gesund zu bezeichnen. Aufklärungsarbeit, Bau von Luchsbrücken und Tunneln sowie etliche Freilandmaßnahmen kosten viel Geld, sollen aber helfen, mittelfristig neue Siedlungsgebiete zu erschließen und die Abwanderung der Luchse auch in andere Regionen zu ermöglichen. Denn zu den Hauptproblemen – speziell der Doñana-Luchse – gehört die Inzucht. Schon seit 1997 kämpft Miguel Ángel Simón für das Überleben der Iberischen Luchse. Nun will er mit seinen Mitarbeitern Luchse in einem Gebiet aussetzen, in dem die Tiere heute nicht mehr vorkommen. Auf einer riesigen Finca sollen sie ein eigenes, intaktes Revier gründen. Glückt das Vorhaben, hätte es Beispielwirkung für die Zukunft.

Regie :

Bernhard Rübe

Land :

Deutschland

Jahr :

2011

Herkunft :

ARTE