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Letztes Jahr in Marienbad

Während eines Empfangs versucht ein Mann, eine Frau davon zu überzeugen, dass sie sich ein Jahr zuvor getroffen haben. Sie soll ihm versprochen haben, ein Jahr später ihren Mann für ihn zu verlassen. Sie kann sich jedoch an nichts erinnern ...

Alain Resnais verwebt in "Letztes Jahr in Marienbad" Zeit- und Wirklichkeitsebenen zu einem komplizierten Ganzen. Sind die Erzählungen des Mannes wahr, der versucht, die Frau von einem vorigen Treffen zu überzeugen? Warum soll sie mit ihm mitkommen? Ist er vielleicht eine Metapher des Todes? Schon zu Beginn des Films wird deutlich, dass die gezeigte Welt zwischen Realität und Fiktion spielt. In einer langen Kamerafahrt werden die unendlich langen Gänge des Schlosses gezeigt, die fast unwirklich auf den Zuschauer wirken. Das Schloss mit seinen barocken Verzierungen, Bordüren und Pfeilern wirkt wie eine labyrinthartige Hülle, die die Welt der anwesenden Gesellschaft von der Außenwelt abschottet. Es werden keine Fenster in dem Schloss gezeigt, die nach Außen führen könnten, sondern nur Spiegel, die die innere Welt widerspiegeln. Auch die Gäste des Schlosses scheinen diese Welt verinnerlicht zu haben, denn sie verharren immer wieder wie in einem Dornröschenschlaf. In diesen Momenten werden sie fast schon zu einem Teil der Dekoration. Vielleicht möchte der Mann die Frau ja gerade aus dieser Welt befreien, um ihr ein wahres Leben zu ermöglichen?

Der Film selbst bietet keine Lösungen und versucht auch nicht zu erklären. Alle Möglichkeiten sollen offen gelassen werden und die Geheimnisse und Unklarheiten als solche stehen bleiben. Dafür bietet der Film viel interpretatorischen Freiraum. Sogar im Film selbst wird es dem Zuschauer nahegelegt, Dinge zu hinterfragen, indem die Figuren Steinskulpturen interpretieren und versuchen herauszufinden, in welcher Situation sie sich befinden.

Alain Robbe-Grillet, ein Repräsentant des in den 50er Jahren zur Geltung kommenden französischen Nouveau Roman, hat mit Alain Resnais gearbeitet und seine Poetik in diesem Drehbuch umsetzen können. „Letztes Jahr in Marienbad“ empfindet die „Poetik der Blicke“ (Thomas Koebner) des Schriftstellers auf audiovisuelle Weise nach.

Alain Resnais hat in diesem Film – seinem zweiten großen Spielfilm – den Wunsch verwirklicht, seine Werke „als vielschichtige Gesamtkunstwerke zu gestalten, die sich dem schwierigen – mitunter dialektischen - Verhältnis zwischen Vergangenheit und Gegenwart, Erinnern und Vergessen annähern“, so Marcus Stiglegger. Für „Letztes Jahr in Marienbad“ erhielt der Regisseur der Nouvelle Vague 1961 den Goldenen Löwen in Venedig. Zwischen 1936 und 2006, seinem Todesjahr, hat Resnais fast 50 Filme gedreht und für seine Verdienste in der Filmkunst 1995 den Goldenen Löwen des Filmfestivals von Venedig für sein Lebenswerk und 1998 den Silbernen Bären der Berlinale für den „Herausragenden Beitrag zur Filmkunst unserer Zeit“ verliehen bekommen.

Regie

Alain Resnais

Produktion

  • Terra-Film

  • Société nouvelle des Films Cormoran

  • Precitel

  • Como-Films

  • Argos-Films

  • Les Films Tamara

  • Cinétel

  • Silver-Films

  • Cineriz

Produzent/-in

  • Pierre Courau

  • Raymond Froment

Kamera

Sacha Vierny

Schnitt

  • Henri Colpi

  • Jasmine Chasney

Musik

Francis Seyrig

Mit

  • Delphine Seyrig (eine Frau)

  • Giorgio Albertazzi (ein Mann)

  • Sacha Pitoëff (ihr Mann)

Autor:in

Alain Robbe-Grillet

Land

  • Frankreich

  • Italien

Jahr

1960

Dauer

91 Min.

Verfügbar

Vom 01/10/2023 bis 31/03/2024

Genre

Filme

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