Ein Hells AngelLutz Schelhorn und das Stuttgarter Charter

89 Min.

Die Hells Angels: gewalttätig, kriminell, gefährlich – diese Vorstellungen verbindet man gewöhnlich mit dem größten Motorradclub der Welt. Ihr Emblem: der Totenkopf mit Flügeln in den Farben Rot und Weiß. Immer wieder geraten die Mitglieder des Clubs in die Negativ-Schlagzeilen. Filmemacher Marcel Wehn hat die Hells Angels aus Stuttgart über mehrere Jahre mit der Kamera begleitet.

Was bewegt die Hells Angels, was reizt sie an einem Leben in einer Parallelgesellschaft? Dem Filmemacher Marcel Wehn ist es gelungen, Zugang zum Stuttgarter Charter der Hells Angels zu erhalten. Über mehrere Jahre hinweg hat er dessen Präsidenten Lutz Schelhorn mit der Kamera begleitet. Wehns Film erlaubt so einen ungewöhnlich nahen, persönlichen Blick in die Welt des berüchtigten Motorradclubs. Vor mehr als 30 Jahren gründete Lutz Schelhorn das Stuttgarter Charter, das zweitälteste Deutschlands. Seit über zehn Jahren arbeitet er als Fotograf. Seine Themen sind oft Menschen, die zu einer gesellschaftlichen Randgruppe gehören, so wie er selbst. Seine Werke wurden bereits vielfach ausgestellt, er veröffentlichte zahlreiche Fotobände. Aufmerksam auf ihn wurde Marcel Wehn im Dezember 2008 durch einen Zeitungsartikel über ein Fotoprojekt Lutz Schelhorns zum Thema Judendeportationen. Das Bild eines sozial engagierten Künstlers passte zunächst so gar nicht zu den üblichen Medienberichten über die Rocker. Marcel Wehn machte ein Treffen mit Lutz Schelhorn aus. Völlig unerwartet starb an diesem Tag Lutz Schelhorns Bruder Frank an einem Herzversagen. Dennoch sagte er das Treffen nicht ab, sondern stand dem Projekt weiterhin erstaunlich positiv gegenüber. Wehn zeigt ein anderes, differenzierteres Bild des legendären Motorradclubs in Deutschland. Der Film feierte beim 35. Filmfestival Max Ophüls Preis seine Weltpremiere.

  • Regie :
    • Marcel Wehn
  • Land :
    • Deutschland
  • Jahr :
    • 2014
  • Herkunft :
    • SWR