Die Räuber

78 Min.
Verfügbar von 11.01.2018 bis 18.01.2018

Maximilian Schell in seiner letzten Rolle: Die Handlung von Friedrich Schillers Werk wurde in die Gegenwart geholt und dem Stoff eine ganz aktuelle Relevanz verliehen. Angesiedelt im internationalen Finanzmilieu inszenieren die Regisseure Frank Hoffmann und Pol Cruchten einen modernen Film noir (2012).

Drei Jahre lang saß Karl Escher im Gefängnis. Unschuldig. Um seinen Vater einen einflussreichen Bankier, zu schützen, hatte er die Vorwürfe der Urkundenfälschung und Unterschlagung von großen Geldsummen auf sich genommen. Doch Karl ist sich sicher, dass sein Bruder Franz hinter den illegalen Machenschaften steckt.
Das Vertrauen innerhalb der Familie ist erschüttert. Einzig auf seine Schwester Amalia kann Karl sich noch verlassen und weiht sie in seine Verdächtigungen ein. Karl befürchtet, dass künftig die Geldwäsche in einem noch größeren Stil betrieben werden soll. Er sinnt auf Rache. Karl will seinen Bruder zur Strecke bringen und seinen eigenen Namen wieder rein waschen.
Um seinen Verdacht zu belegen, schließt sich Karl einem Gangsterboss an. Seine Bande ist hinter dem Schwarzgeld her, Karl braucht lediglich die geheimen Dokumente, die seine Unschuld beweisen. Doch als sein Bruder Franz von der Sache Wind bekommt und ihn an die Polizei verrät, ist plötzlich die ganze Familie in Gefahr. Karl, ein idealistischer Rebell, wird zum Verbrecher, als er sich vom Vater zu Unrecht verstoßen fühlt. Dabei muss er aber auch die Skrupellosigkeit seiner neuen Freunde erkennen, die nur um das eigene Wohl besorgt sind und auch vor Verrat nicht zurückschrecken.
In Schillers Drama war Amalia Karls Verlobte, der Franz Avancen macht. In der Filmversion ist sie nun die Schwester der beiden Brüder, was den familiären Konflikt und die strukturellen Parallelen zwischen den Bankiersdynastien sowie der Räuberbande noch verstärkt. Anders als in Schillers Vorlage, liefert sich Karl am Ende aber nicht selbstlos der Justiz aus, sondern macht sich seinerseits schuldig.
Angesiedelt im internationalen Finanzmilieu inszenieren die Regisseure Frank Hoffmann und Pol Cruchten Schillers „Räuber“ als modernen Film noir, in dem Geld der Motor ist, der alles antreibt. Geld und Macht waren schon bei Schiller zentrale Motive und sind heute so aktuell wie nie zuvor. Der Zuschauer wird in zwei Welten des Verbrechens geführt – die korrupte Finanzbranche und die schwere Kriminalität – und entdeckt immer mehr, dass keine einzige Figur darin unschuldig handelt.

Besetzung und Stab

Regie :

Frank Hoffmann
Pol Cruchten

Darsteller :

Eric Caravaca
Isild Le Besco
Maximilian Schell
Georg Marin
Tchéky Karyo
Robinson Stévenin

Autor :

Frank Hoffmann
Eric Malabry

Land :

Deutschland
Luxemburg

Jahr :

2012

Herkunft :

ZDF