The Exchange

2 Min.
Verfügbar: vom 26. November 2017 bis zum 3. Dezember 2017
Nächste Ausstrahlung : Montag, 27. November um 01:40
Regisseur und Autor Eran Kolirin, bekanntgeworden durch seine Komödie "Die Band von Nebenan", schildert in "The Exchange" (2011) den schleichenden Austausch der Parameter eines Lebens. Kolirin gelingt eine leise Komödie über den Geisteszustand der modernen Welt, die viel Spaß macht, aber durchaus auch verunsichert.
Am helllichten Tag kommt der Universitätsdozent Oded nach Hause und plötzlich erscheint alles anders. Das Licht wirkt diffuser, Geräusche wie die des Kühlschranks sind hörbar und seine Frau Tami schläft. Staubpartikel sind im Gegenlicht sichtbar, unter dem Tisch entdeckt er ein altes Preisschild. Von nun an ändert sich Odeds Leben. Er sieht es mit den Augen eines Fremden: der überfüllte Briefkasten, die Familie im Aufzug, in den er selbst nicht einsteigt. Seine Wohnungstür mit der Klingel, der Parkplatz. Selbst Tami wirkt verändert, ihr Liebesspiel ist nicht mehr so wie früher. Oded beschließt, sich von seiner Arbeit beurlauben zu lassen und ein Doppelleben als Akteur und Beobachter zu führen. Mit einem bewussten Eingreifen in die routinierten Abläufe setzt er neue Bewegungen in Kraft. Dabei reichen schon kindliche Spielereien oder kleinste Provokationen aus, um die Strukturen aus den Fugen zu bringen. Während Oded die zuvor kaum gespürten Gewohnheiten aufdeckt, trifft er auf seinen Nachbarn Yoav. Auch der benimmt sich seltsam, versteckt sich hinter einem Blumenkübel, legt sich in eine Parklücke, schreit lauthals in eine leere Wohnung. Yoav überredet Oded, mit ihm einige Tage im Luftschutzkeller des Hauses zu verbringen. Gemeinsam erforschen sie das Haus, während die anderen Bewohner bei der Arbeit sind, und entdecken merkwürdige Dinge. Oded weiß immer weniger, ob sein Leben wirklich noch seines ist – ein Austausch der Persönlichkeiten vollzieht sich allmählich. Überaus genau beobachtete Details wirken auf einmal, mit den Augen seiner Hauptfigur gesehen, absurd und komisch. Ganz langsam erobert der Zuschauer mit Oded eine neue Wirklichkeit, von der man nur ahnt, dass sie vielleicht Einbildung ist. Oder eben doch die Entfremdung vom eigenen Leben.

Besetzung und Stab

Kamera :

Shai Goldman

Schnitt :

Arik Lahav-Leibovich

Produktion :

July August Productions
Pandora Film
ZDF
ARTE

Produzent/-in :

Eilon Ratzkovsky
Karl Baumgartner

Regie :

Eran Kolirin

Drehbuch :

Eran Kolirin

Darsteller :

Rotem Keinan
Sharon Tal
Dov Navon
Shirili Deshe

Land :

Israel
Deutschland

Jahr :

2011