360° Geo Reportage
Baikalsee, ein Wintermärchen

Ausschnitt (1 Min.)
Nächste Ausstrahlung am Dienstag, 29. Januar um 07:15

Der Baikalsee in Sibirien ist so groß wie Belgien und mit rund 1.600 Metern tief wie ein Ozean. Bei minus 25 Grad Celsius bricht ein Team um den Biologen Igor Chanajew zu einer Forschungsreise über das Eis auf. Sie suchen nach dem Omul, dem berühmten Fisch, den es nur im Baikalsee gibt und von dem die Region um den See lebt.

Es ist März am Baikalsee. Durch eine bizarre Landschaft aus Eis und Schnee bewegt sich ein kleiner Konvoi vorsichtig über den zugefrorenen See. Erst vor zwei Tagen ist hier ein Lkw mit kompletter Ladung eingebrochen, obwohl das Eis um diese Jahreszeit etwa einen Meter dick ist. Expeditionsleiter Igor Chanajew ist Biologe am Limnologischen Institut der Russischen Akademie und will den Baikal-Omul, eine heimische Felchenart, auf dessen Gesundheitszustand untersuchen. Die geschätzten 1,5 Millionen Omule im Baikalsee sind nach aktuellen Studien nicht bedroht. Sie leben in großen Tiefen, und die Selbstreinigungskraft des Sees, für die nur hier vorkommende korallenförmige Schwämme verantwortlich sind, ist der Garant für ihr Überleben. Die Fischer rund um den See angeln den Omul für den Eigenbedarf. Lediglich auf den Märkten der Region ist dieser Fisch zu erstehen, ein Geheimtipp für Besucher aus ganz Russland. Reich werden die Menschen am Baikalsee durch den Fisch allerdings nicht. Trotzdem können sie sich ein Leben ohne „ihren“ Baikalsee und „ihren“ Omul nicht vorstellen. Aber wie ist es aus Sicht der Forscher um die Zukunft des Omuls bestellt?

Regie :

Wolfgang Mertin

Land :

Deutschland

Jahr :

2010

Herkunft :

ARTE