360° Geo Reportage
Die Meerfrauen von Japan

1 Min.
Verfügbar von 15.02.2018 bis 21.02.2018
Live verfügbar: Ja
Nächste Ausstrahlung : Mittwoch, 28. Februar um 17:40

Ama - Frauen des Meeres - nennen sie sich. Bis ins hohe Alter holen sie kostbare Meeresfrüchte vom Grund des Ozeans, trotzen der Tiefe nur mit der Kraft ihres Atems. Seit Jahrzehnten teilen sich neun Frauen von der japaninischen Halbinsel Shima ein Boot und sind zu einer engen Meeres-Familie zusammengewachsen.

Seit Jahrhunderten ist das Tauchen nach Meeresfrüchten in Japan die Arbeit von Frauen. Manchmal hat das Wasser nur zwölf Grad, wenn die Ama – die „Frauen des Meeres“ – in den Wellen verschwinden, um Meeresschnecken, Muscheln, Seeigel, Algen und insbesondere Awabi, die kostbaren Seeohren, aus der Tiefe zu holen. Ohne Pressluftflaschen, nur mit primitiven Masken und Flossen sowie in traditionelle weiße Überanzüge mit Kopftuch gehüllt, stoßen die Meeresfrauen in die Tiefe hinab, um mit einem Meißel die Schnecken von den Felsen zu lösen. Schon manch eine Ama ist dabei Opfer ihres Berufes geworden, denn nicht die technische Ausrüstung, sondern das eigene Geschick entscheidet über den Erfolg – und das Überleben. Lange galten die gut verdienenden Taucherinnen unter den Männern als „guter Fang“. Heute haben die Frauen entlang der Küsten bessere Chancen, auch in anderen Berufen Karriere zu machen. Das Durchschnittsalter der Ama ist inzwischen auf 60 Jahre gestiegen. Doch eine Ama zu sein, ist weitaus mehr als ein Beruf. Ihre Hoffnung, dass die Ama-Tradition nicht ausstirbt, ist für die fast 80-jährige Kazu Yamamoto, die immer noch arbeitet, die jüngste Ama der Gruppe, Satomy Yamamoto. Satomy ist in ihrem dritten Tauchjahr und wird bald genug Erfahrung haben, um sich stolz Ama nennen zu können. Doch dafür muss sie den Sprung ins tiefere Wasser schaffen.

Besetzung und Stab

Regie :

Carmen Butta

Land :

Frankreich
Deutschland

Jahr :

2009

Herkunft :

ARTE