Lully, ein unbequemer Komponist

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Verfügbar vom 12/05/2020 bis 12/08/2020

Jean-Baptiste Lully war einer der bedeutendsten Komponisten des französischen Barocks. Der Sohn eines Müllers aus Florenz schaffte es zum Vertrauten Ludwig XIV. und prägte über 20 Jahre lang die musikalische Politik des französischen Königreichs. Olivier Simonnet zeichnet ein buntes Porträt eines Genies, das das Komponieren so gut beherrschte wie das Ränkeschmieden und von seinen Zeitgenossen bewundert und gleichzeitig abgrundtief gehasst wurde. Lully war es auch, der die französische Oper aus der Taufe hob.

                  Jean-Baptiste Lully war herrschsüchtig, von Ehrgeiz zerfressen und er war ein musikalisches Genie.

                   Lully, einer der bedeutendsten Komponisten im Frankreich der Barockzeit, wurde in Italien geboren. Mit 14 kam der Sohn eines Müllers aus Florenz nach Paris an den Hof der Anne Marie Louise von Orléans, Herzogin von Montpensier, Cousine Ludwigs XIII. Eine Reihe glücklicher Zufälle brachte es mit sich, dass Lully dem Sohn des Königs, dem zukünftigen Ludwig XIV., sehr nahe kam und dessen Vertrauen gewann.

                   Lully, der weder Franzose war, noch das Adelspatent besaß, wurde mit den Jahren zum mächtigsten Musiker Frankreichs. Musik spielte am Hofe Ludwigs XIV. eine sehr wichtige Rolle, sie diente der Darstellung der königlichen Macht, hatte zu dieser Zeit in Frankreich also auch eine politische Rolle. Lully war nicht nur ein ausgezeichneter Musiker, Tänzer und Komponist: Ihm ist das erste permanente Orchester in Frankreich zu verdanken, die „24 Streicher des Königs“. Diese waren weit über die Landesgrenzen hinaus ein Begriff und Vorläufer der philharmonischen Orchester unserer Zeit.

                   In Zusammenarbeit mit Molière schuf Lully ein neues Genre für den königlichen Hof, die Comédies-ballets. Später aber begann er, gegen seinen Kollegen zu intrigieren. Er verstand es, skrupellos seine Gegner auszuschalten.

                   Unter seinem Einfluss erließ der König zahlreiche Dekrete, die es Lully erlaubten, eine absolute Monopolstellung aufzubauen. Ein Dekret verbot de facto Theaterensembles, Opern aufzuführen, ein anderes übertrug Lully die Eigentumsrechte an sämtlichen Texten, die er jemals vertonte. Es ist also kein Wunder, dass Lully gehasst wurde und sich selbst vor den Intrigen der anderen Höflinge fürchtete.


  • Regie :
    • Olivier Simonnet
  • Mit :
    • Philippe Jaroussky
    • Christina Pluhar
    • Véronique Gens
    • Thierry Hancisse
  • Dirigent/-in :
    • Patrick Cohën-Akenine
  • Orchester :
    • Folies françoises
  • Land :
    • Frankreich
  • Jahr :
    • 2008