NachtasylMaxim Gorkis erfolgreichstes Theaterstück

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90 Min.
Verfügbar vom 01/05/2020 bis 29/07/2020
Maxim Gorki gab seinem 1901 geschriebenen Theaterstück „Nachtasyl“ den Untertitel „Szenen aus der Tiefe“. Das naturalistische Nachtasyl war eine schäbige Kellerhöhle, in die sich Ausgestoßene und Deklassierte flüchteten, ein surrealer Ort des Wartens, Hoffens und Überdauerns. ARTE Concert zeigt einen Theaterfilm von Hardi Sturm frei nach dem Theaterstück von Maxim Gorki. Gedreht wurde auf dem Gelände des ehemaligen Militärflughafens in Neuhardenberg.
„Nachtasyl“ beschreibt eine nach wie vor aktuelle Problematik: das Auseinanderklaffen der Schere zwischen Arm und Reich, flankiert von der Fragestellung, ob Moral eine Frage des Wohlstandes ist. In Hardi Sturms „Nachtasyl“ bilden die Protagonisten eine zufällige Melange von ausgegrenzten Verlierern der Gesellschaft: der Säufer, die Kranke, der Profitler, die Träumerin. Keiner hat Arbeit, kaum einer Geld und niemand eine Zukunft. Das Leben war nicht gut zu ihnen. Und doch ist die Verelendung dieser Asylbewohner keine des fehlenden Brotes, sondern eine sehr gegenwärtige des Herzens und des Denkens. Sie sind auf den engen Raum einer Notgemeinschaft zurückgeworfen und umkreisen mehr oder weniger hoffnungslos die elementarste Frage des Lebens: Was ist der Mensch?Darüber nachdenkend, wie es um die Ordnung jener besten aller Welten bestellt ist, aus der so viele Menschen herausfallen, hinabgerissen werden „in die Tiefe“, hat Hardi Sturm aus der Stückvorlage von Maxim Gorki durch Kürzungen, Verschmelzungen von Figuren und durch veränderte räumliche Kontexte die Grundlage für einen aktuellen Theaterfilm entwickelt. Gedreht wurde auf dem Gelände des ehemaligen Militärflughafens in Neuhardenberg. Dort ist ein fast schon hermetisch geschlossenes, außerhalb der Welt liegendes Nachtasyl entstanden, ein eigener Kosmos, in dem die Bewohner beständig um sich selbst kreisen. Hierarchiebildungen, Allianzen und Beziehungen werden geknüpft und wieder gelöst, neu zusammengesetzt in einem ewigen Kreislauf des vermeintlich Unausweichlichen. In der Montage der Bildsequenzen folgt der Film einer emotionalen, dynamischen Inszenierung: Einsames Hinkauern, ruppiges Wegstoßen, belauerndes Vorüberhuschen und nur leise angedeutete Berührungen stehen im permanenten Wechsel mit eruptiven Demonstrationen von Gemeinschaftsgefühl. Sie alle lieben falsch, spielen falsch, reden falsch. Aber für Momente, die sich einprägen, sind diese Menschen aus dem falschen Leben plötzlich im richtigen: Sie schauen sich selbst zu, und in ihren Gesichtern sieht man gleichsam die Trugbilder platzen, während sie sich aufrappeln und neue Hoffnung schöpfen.

  • Musik :
    • Dürbeck&Dohmen
  • Kamera :
    • Andreas Köfer
  • Schnitt :
    • Achim Seidel
  • Mit :
    • Hans Peter Hallwachs (Luka)
    • Esther Schweins (Walli)
    • Wolfgang Maria Bauer (Michael)
    • Aleksander Jovanovic (Pepe)
    • Marie Rönnebeck (Natascha)
    • Eva Herzig (Anna)
    • Matthias Klimsa (André)
    • Max Riemelt (Clelia Sarto)
    • Clelia Sarto (Nadja)
    • Peter Benedict (Baron)
    • Uwe Karpa (Schauspieler)
    • Ercan Durmaz (Hassan)
    • Hardi Sturm (Onkel Medi)
    • Jan Hartmann (Traumprinz)
  • Kostüme :
    • Jürgen Knoll
  • Autor :
    • Maxim Gorki
    • Hardi Sturm
  • Land :
    • Deutschland
  • Jahr :
    • 2005