ARTE ReportageMali: Kann man der Armee vertrauen? / Kongo: Frauen im Bergbau

52 Min.
Verfügbar vom 20/11/2020 bis 20/12/2020

Mali: Gelingt es den neuen Machthabern nach dem Putsch der Armee im August, das Vertrauen des Volks zurückzugewinnen? Die Verhältnisse im Land sind zerrüttet ... / In der Demokratischen Republik Kongo verteidigen die Frauen im Bergbau gemeinsam ihre Rechte. Sie haben dank einer neuen Organisation einen Status erreicht, der sie auf eine Stufe mit den Männern stellt.

(1): Mali: Kann man der Armee vertrauen?
Nach dem Putsch der Armee im August – Gelingt es den neuen Machthabern, das Vertrauen des Volks zu gewinnen?
Als die jungen Offiziere der malischen Armee, in der Nacht vom 18. auf den 19. August, den im Volk unpopulären Präsidenten Ibrahim Boubacar Keïta sieben Jahre nach seinem Amtsantritt stürzten, war das für manchen Malier ein Anlass, auf eine Wende zu hoffen, auf einen Übergang zu einer Demokratie. Allerdings sind die Verhältnisse in Mali zerrüttet: Der öffentliche Dienst dient weniger den Bürgern als der Bereicherung korrupter Amtsträger, feindliche Ethnien bekriegen sich, und Dschihadisten terrorisieren das Land.
Die Armee hat nur wenige Erfolge gegen den islamistischen Terror vorzuweisen: Seit einigen Monaten wird sie immer wieder von Terrorkommandos angegriffen, die dabei schon dutzende Soldaten töteten. Der Armee fehlen Waffen, Munition und Fahrzeuge im Kampf gegen den Terror – auch deswegen, weil korrupte Kommandeure sich daran bereichern, zu Lasten der kämpfenden Truppe. Einige Soldaten wagen es, die Dinge beim Namen zu nennen, aber damit riskieren sie ihr Leben. Vertrauen haben in Armee und Staat, das wäre schön, in Mali …           
(2): Kongo: Frauen im Bergbau emanzipieren sich
In der Demokratischen Republik Kongo verteidigen die Frauen im Bergbau gemeinsam ihre Rechte.
Es ist eine feministische Rebellion gegen die Dominanz der Männer in der Demokratischen Republik Kongo, die ja immer wieder in die Schlagzeilen gerät, wegen der Blutdiamanten und der sexuellen Gewalt gegen Frauen. Seit 2006 schlossen sich Frauen im Bergbau zu einer Organisationen unter einem Dach zusammen, der RENAFEM (Réseau National des Femmes dans les Mines), um ihre Rechte als Arbeiterinnen zu verteidigen. In der Regel verrichten sie die härtesten und am schlechtesten bezahlten Arbeiten unter und über Tage. 
Frauen wie die Erzhändlerin Angélique Nyirasafari haben auch dank dieser Vereinigung einen ökonomischen und sozialen Status erreicht, der sie auf eine Stufe mit den Männern stellt. Angélique Nyirasafari kommt aus gebildetem Haus, aber sie bemüht sich sehr, allen Frauen im Bergbau zu helfen, aus der Misere zu entkommen. Aktivistinnen wie Emilienne Intongwa, sie kommt wie viele Frauen aus ärmsten Verhältnissen, prangert die ungerechte Behandlung von Frauen regelmäßig und öffentlich an. Damit hilft sie den Minenarbeiterinnen wie Tullia Christine, die täglich zenterweise Gestein zerschlägt, um daraus Coltan zu extrahieren - für einen Hungerlohn, der Verachtung und sexuellen Übergriffen der Vorarbeiter ausgesetzt.


  • Land :
    • Frankreich
  • Jahr :
    • 2020
  • Herkunft :
    • ARTE