ARTE ReportagePhilippinen: Dutertes Methoden im Schatten des Virus

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53 Min.
Verfügbar vom 13/11/2020 bis 13/12/2020

Philippinen: Seit acht Monaten leben die 106 Millionen Philippiner in einem der längsten und striktesten Lockdowns weltweit. Die Regierung unter Rodrigo Duterte setzt wie im Kampf gegen die Drogen auch in der Pandemie auf Abschreckung und Angst. / Russland: Wie das Regime des Diktators Kim Yong-un Raubfischer auf Seelenverkäufern in internationale Gewässer schickt.

(1): Philippinen: Dutertes Methoden im Schatten des Virus
Seit 8 Monaten leben die 106 Millionen Philippiner in einem der längsten und striktesten Lockdowns weltweit.
Covid-19 hat das ganze Land in eine Rezession und eine tiefe Krise gestürzt. Die Regierung unter Rodrigo Duterte setzt wie im Kampf gegen die Drogen auch in der Pandemie auf Abschreckung und Angst: Wer gegen die Ausgangsbeschränkungen im Lockdown verstößt, der muss mit harten Strafen rechnen.  Doch trotz allem haben sie die Pandemie bis heute nicht in den Griff bekommen. Während in Folge des Ausnahmezustands und der Notstandsgesetze in der Pandemie die Wirtschaft kollabiert und 27 Millionen Menschen ihre Arbeit verloren haben, verfolgt Duterte unbeirrt weiter seine politischen Gegner - das Land droht in eine Diktatur abzugleiten, wie schon unter Ferdinand Marcos.
Besonders hart hat die Pandemie die Fahrer der öffentlichen Kleinbusse getroffen, die Jeepneys. Seit März dürfen sie keine Passagiere mehr befördern und haben somit ihre Lebensgrundlage verloren.  In ihrer Not greifen sie auf das letzte Mittel zurück, das ihnen geblieben ist: Sie betteln. Weil von der Regierung kaum Hilfe kommt, ist ein katholischer Priester für die Menschen seiner Gemeinde notgedrungen zu einem Rettungsanker geworden. Jede Nacht verteilt er hunderte Essenpakete an das immer größer werdende Heer von Obdachlosen und hungernden Menschen.
(2): Russland: Die Raubfischer aus Nordkorea
Seit mehreren Jahren schon räubern während der Tintenfischsaison im Pazifik, von Juni bis Oktober, tausende nordkoreanische Wilderer in den Gewässern des russischen Fernen Ostens und Japans. In klapprigen Seelenverkäufern plündern sie russische und japanische Fischgründe. Bei Stürmen sinken die, nur mit dem Allernötigsten, ausgestatteten Kähne gelegentlich. Die Leute an den Küsten finden dann die Leichen der Matrosen aus Nordkorea auf ihren Stränden.
Diese Seeleute sind Opfer ihres Diktators: Wegen der internationalen Sanktionen gegen Nordkorea, aufgrund seiner steten Bedrohung durch Atomwaffen, hat der Führer Kim Jong-Un die "große Fischerei" ins Leben gerufen, um seine Armee zu ernähren. Denn Nordkorea hat seine eigenen Fischgründe bereits an China verpachtet. In Dandong, einer Grenzstadt zwischen China und Nordkorea, vermitteln Agenten im Auftrag der nordkoreanischen Regierung Lizenzen an chinesische Boote.


  • Land :
    • Frankreich
  • Jahr :
    • 2020
  • Herkunft :
    • ARTE