ARTE ReportageAlgerien: Abhauen oder weiter kämpfen?

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Algerien: Viele Algerier fühlen sich von der Armee betrogen: Ganz offensichtlich nutzte diese die Proteste vom Frühjahr 2019 nur aus, um ihre eigene Position im Land zu stärken. / Togo: Seit ein paar Jahren breitet sich der Missbrauch des Schmerzmittels Tramadol in Togo - wie in ganz Afrika - immer mehr aus.

(1): Algerien: Abhauen oder weiter kämpfen?

Im Februar 2019 demonstrierten tausende Algerier gegen ihre Regierung – heute regiert die Armee das Land.

Als vor einem Jahr der alte und schon sehr lange gebrechliche Präsident Abdelaziz Bouteflika es für ganz selbstverständlich hielt, dass sein Volk ihn sicherlich auch noch ein fünftes Mal in Folge wiederwählen würde, brach eine Welle der Empörung aus: Nach einen anonymen Aufruf auf Facebook versammelten sich am 22. Februar 2019 tausende Algerier in den Straßen und protestierten gegen die Clique da oben an der Macht. Wochen später trat Bouteflika zurück, wohl auch auf Druck der Armee, und die Algerier hofften, das sei nur der Anfang des Regimewechsels gewesen, gefolgt von der Erschaffung einer wirklichen Demokratie im Land, mit freier Rede, freier Presse, Chancengleichheit und wirtschaftlichem Aufschwung. Die Armee hatte den revolutionären Schwung der Bürger genutzt und die Regierung übernommen - Optimisten wollten glauben, sie sichere nur den Übergang zu einer neuen Regierung ...

Doch die Armee griff dann hart durch gegen die Proteste: Verhaftungen, Repression, Zensur. Viele junge Leute in Algerien fühlen sich betrogen von der Armee: Denn offensichtlich nutzte sie die Proteste nur aus, um ihre eigene Position im Land zu stärken und um einen Präsidenten nach ihrem Gusto an die Macht zu bringen. Ein Jahr danach kehrten ARTE-Reporter unter schwierigen Umständen zurück ins Land: Sie trafen junge Leute, die zermürbt wurden vom Machtspiel der Armee, und andere, die noch immer nicht aufgeben wollen – trotz alledem. 

(2): Togo: Tramadol, Schmerzmittel und Droge

Das Schmerzmittel Tramadol, ein Opioid, wurde zur Alltagsdroge in Togo und anderen afrikanischen Ländern.

Viele Menschen in Togo wollen mit dem Schmerzmittel Tramadol ihren harten Alltag besser bewältigen, ihre Müdigkeit überwinden und sich leistungsstärker fühlen. Das ist natürlich ein Irrtum, denn bei längerem Gebrauch werden sie abhängig von dem Opioid, die Dosen immer höher und die Auswirkungen auf ihre Gesundheit lebensgefährlich. Ein für die Händler sehr lukrativer Schwarzmarkt bedient die Bedürfnisse der Süchtigen – seit ein paar Jahren breitet sich der Tramadol-Missbrauch immer mehr aus, in ganz Afrika.  


  • Land :
    • Frankreich
  • Jahr :
    • 2020
  • Herkunft :
    • ARTE