ARTE ReportageIran: Das letzte Netzwerk

52 Min.
Verfügbar vom 23/11/2019 bis 29/12/2019

Iran: Instagram ist das letzte erlaubte Netzwerk im Land. Wenn es nicht gesperrt ist, wie in den letzten Wochen. Über das schmale Spannungsfeld zwischen Legalität und Illegalität, in dem sich iranische Internet-Nutzer bewegen müssen. Indien: Die schwerste Chemie-Katastrophe aller Zeiten - austretendes Giftgas in Bhopal - fordert immer noch ihre Opfer - auch 35 Jahre danach.

(1): Iran: Das letzte Netzwerk
Instagram ist das letzte erlaubte Netzwerk im Iran. Wenn es nicht gesperrt ist, wie in den letzten Wochen.
Was weltweit zum Lifestyle der Generationen gehört, das ist im Iran verboten. Das Internet wird vom Staat scharf überwacht: Facebook, WhatsApp und Telegram sind generell gesperrt, als letztes soziales Netzwerk bleibt nur noch Instagram, und auch das war in den letzten Wochen abgestellt auf Anordnung des Gottesstaats, um die neuen Unruhen im Land in den Griff zu bekommen.
24 Millionen Nutzer soll Instagram im Land haben. Zum größten Teil wird dort ähnlich Belangloses gepostet wie überall. Wer islamische Werte oder Gesetze auf Instagram missachtet, der riskiert, festgenommen zu werden oder zumindest die Abschaltung seines Accounts. „ARTE Reportage“ beleuchtet das schmale Spannungsfeld zwischen Legalität und Illegalität, in dem sich iranische Internet-Nutzer bewegen müssen.
(2): Indien: Die Giftwolke von Bhopal – 35 Jahre danach
Die schwerste Chemie-Katastrophe aller Zeiten fordert immer noch ihre Opfer, auch 35 Jahre danach …
Am 3. Dezember 1984 strömten durch einen menschlichen Fehler über 40 Tonnen Giftgas aus dem Union Carbide Werk in die Atmosphäre über der Stadt Bhopal: 574.000 Menschen waren dem Gift ausgesetzt; laut offiziellen Zahlen starben 5.000 bis 25.000 Menschen durch den direkten Kontakt mit der Giftwolke; 150.000 leiden zum Teil bis heute unter chronischen Krankheiten.
35 Jahr später steht das nach der Katastrophe geschlossene Union Carbide Werk noch immer in der dicht besiedelten Region in Bhopal: Eine verrostete Ruine, das Fabrikgelände wurde niemals kontaminiert. Die toxischen Abfälle kippten sie damals einfach in die Verdunstungsbecken: Als Isolierung zum Untergrund musste eine Folie reichen, die nach über drei Jahrzehnten mit Sicherheit nicht mehr dichthält. Das Gift sickert bis heute ins Grundwasser und vergiftet die Einwohner Bhopals. Immer mehr Kinder werden mit einer Behinderung geboren. Die regionalen Behörden kümmern sich nicht – nur zwei Hilfsorganisationen bemühen sich bis heute, den Opfern der Chemiekatastrophe vor 35 Jahren zu helfen.


  • Land :
    • Frankreich
  • Jahr :
    • 2019
  • Herkunft :
    • ARTE