52 Min.
Verfügbar vom 02/11/2019 bis 08/12/2019

Jemen: Hunderttausende aus der Volksgruppe der Oromo fliehen vor der Armut in Äthiopien zu Fuß durch den Jemen bis nach Saudi-Arabien. Im Bürgerkriegsland Jemen werden sie von kriminellen Banden drangsaliert. / Nigeria: Die Kooperative "Babban Gona" versucht Kleinbauern aus der Misere zu holen und damit das ganze Land zu befrieden.

(1): Jemen: Der Gewaltmarsch der Oromo
Hunderttausende aus der Volksgruppe der Oromo fliehen vor der Armut in Äthiopien zu Fuß durch den Jemen bis nach Saudi-Arabien. Die Volksgruppe der Oromo stellt ein gutes Drittel der Bevölkerung in Äthiopien, aber viele von ihnen leben in so bitterer Armut, dass sie bereits zu zehntausenden zu Gewaltmärschen von gut 2.000 Kilometern aufgebrochen sind, um am Ende im reichen Saudi Arabien hoffentlich Arbeit und eine Zukunft zu finden. Dieser Weg ist eigentlich unpassierbar, wegen seiner Länge, der vielen Gefahren durch Plünderer und Menschenhändler, der Steinwüste in den Galafi-Bergen und der sengenden Sonne an der Grenze zu Dschibuti. Sie brechen auf mit kaum mehr als dem, was sie am Leib tragen können, sie hungern tagelang, der Durst zwingt sie immer wieder in die Knie.
Vom Hafen in Obock aus überqueren sie nachts und in völlig überfüllten Booten das Rote Meer, um schließlich am Strand des gefährlichsten Teils ihrer Reise zu landen, dem Jemen, einem Land mitten im Bürgerkrieg. Dort herrschen kriminelle Banden über die Routen der Migranten: Sie kidnappen viele Oromo und foltern sie so lange, bis die Angehörigen von zuhause ein Lösegeld überwiesen haben. Damit ruinieren sie auch noch das Leben der Familien in Äthiopien. Die ARTE-Reporter Charles Emptaz und Olivier Jobard liefen mit, auf diesem Gewaltmarsch der Migranten aus Äthiopien.
(2): Nigeria: Endlich den Frieden sähen
In Nigeria versucht eine Kooperative, die kleinen Bauern aus der Misere zu holen und damit das ganze Land zu befrieden. Durch den Öl- Boom seit den 50er Jahren und die horrenden Gewinne daraus für die Eliten des Landes haben die nigerianischen Politiker die Landwirtschaft aus dem Blick verloren. Nigeria hat 80 Millionen Hektar fruchtbares Ackerland, eigentlich genug, um die 190 Millionen Einwohner zu ernähren; die Landwirtschaft böte auch genug Potential, um jährlich 2 Millionen junge Leute zu beschäftigen, die ihren ersten Arbeitsplatz suchen. Ein amerikanisch-nigerianischer Unternehmer ist nach seinem Studium in Harvard zurückgekehrt und hat eine Kooperative gegründet: „Babban Gona“ heißt sie, sie bietet den Bauern Kredite an, wenn sie sich zusammenzuschließen, sich fortbilden und dieses Wissen sowie das Saatgut teilen. Damit verbessern sie die Erträge, und sie bringen die jungen Menschen in den Dörfern in Lohn und Brot – denn häufig sind es Unbildung und Arbeitslosigkeit, die junge Leute in die Fänge der radikalen Milizen wie Boko Haram treiben.

 

 

 


  • Land :
    • Frankreich
  • Jahr :
    • 2019
  • Herkunft :
    • ARTE