ARTE ReportageArgentinien: Frauen gegen Männer-Gewalt

52 Min.
Verfügbar vom 19/10/2019 bis 24/11/2019

(1) Alle 32 Stunden wird in Argentinien eine Frau ermordet - die argentinische Frauenbewegung demonstriert gegen die Gewalt im Land. Wenn am 27. Oktober ein neuer Präsident gewählt wird, wird dieser die Frauen und ihre Forderungen nicht länger ignorieren können. (2) Wo europäische Touristen Urlaub machen, stranden die Leichen ertrunkener Migranten. Auch in Tunesien.

(1): Argentinien: Frauen gegen Männer-Gewalt
Alle 32 Stunden wird in Argentinien eine Frau ermordet - die argentinische Frauenbewegung demonstriert gegen die Gewalt im Land.
Aus den ersten Protesten gegen häusliche Gewalt und Frauenmorde vor vier Jahren ist eine Bewegung geworden, die sich für Frauenrechte einsetzt – darunter auch das Recht auf legale Abtreibung. Sie sehen in machistischen Strukturen den Nährboden für die Gewalt. Klar ist: Wenn Argentinien am 27. Oktober einen neuen Präsidenten wählt, wird dieser die Frauen und ihre Forderungen nicht länger ignorieren können.
ARTE Reporter begleiteten die Eltern von Mónica Garnica zum Prozess gegen ihren Ehemann. Vor zwei Jahren hatte er sie angezündet und damit ermordet. Die Staatsanwältin Mónica Cuñarro. kämpft für harte Urteile - und für eine bessere Begleitung der Opfer: „Wenn Frauen Anzeige erstatten, leben sie besonders gefährlich. Dann steigt die Gewalt an – um zu verhindern, dass die Frau vor Gericht aussagt.“ In Argentinien ist ein neues Selbstbewusstsein zu spüren, das die Frauen in alle Lebensbereiche tragen. Die „Ni una mentos“-Bewegung ist jedoch längst kein argentinisches Phänomen mehr. Auch in anderen Ländern, etwa Peru, Mexiko oder Kolumbien, protestieren die Frauen unter diesem Motto.
(2): Tunesien: Die Toten am Strand der Touristen
Wo die Touristen aus Europa sich sonnen wollen, stranden die Leichen ertrunkener Migranten auf dem Weg in die EU. Im Südosten von Tunesien schwemmt das Meer die Toten auf den feinen Sand der Strände von Zarzis und Djerba. Es sind die Leichen der Menschen, die von Libyen aus vergeblich versuchten, Europa zu erreichen. Allein im Juli 2019 waren es über 90 tote Emigranten. Die Einheimischen bestatten sie auf einem Friedhof vor der Stadt Zarzis. Aber sie sind auch überfordert, fühlen sich von der internationalen Gemeinschaft allein gelassen in ihrer Not, die Toten in aller Eile zu bergen, in Würde zu bestatten, in der Hoffnung, die Touristen nicht zu vergraulen. Und die EU ringt noch immer um eine gemeinsame Flüchtlingspolitik.

 


  • Land :
    • Frankreich
  • Jahr :
    • 2019
  • Herkunft :
    • ARTE