ARTE ReportageBolivien: Morales will zum 4. Mal antreten

53 Min.
Bolivien: Evo Morales, erster indigener Präsident Boliviens, stellt sich zum vierten Mal zur Wahl - trotz negativem Volksentscheid und entgegen der Verfassung. / Indien: Immer mehr junge Menschen aus dem indischen Teil Kaschmirs scheinen sich zu radikalisieren und sich den Rebellen im Kampf gegen Indien anzuschließen.

(1): Bolivien: Morales will zum 4. Mal antreten
Evo Morales, erster indigener Präsident Boliviens, stellt sich zum 4. Mal zur Wahl, gegen Volksentscheid und Verfassung. Im Oktober 2019 will sich Evo Morales zum vierten Mal zum Präsidenten der Bolivianer wählen lassen, obwohl die von ihm erlassene Verfassung nur 2 Amtszeiten als Präsident erlaubt und 51,5 Prozent seines Volkes bereits 2016 in einem Referendum gegen eine vierte Amtszeit stimmten. Fidel Castro und Hugo Chavez sind tot, Lula da Silva sitzt im Gefängnis, die Ära Kirchner in Argentinien und die Ära Correa in Ecuador sind Vergangenheit – Evo Morales ist nun der letzte Vertreter der lateinamerikanischen Linken an der Macht. "Evo" ist für die einen der Heilsbringer, er holte die indigene Mehrheit aus der Armut und brachte das Land wirtschaftlich voran – für andere aber ist er nur eine Art linker Autokrat, der sich mit allen Mitteln an die Macht klammert. Einige Indigene wundern sich, wie der Staat unter Morales die Ausbeutung der Natur vorantreibt, ohne einen Gedanken an ihren Schutz zu verschwenden. Aber seine Popularität könnte ihm noch einmal helfen, eine Mehrheit der Bolivianer von sich zu überzeugen – allen Bedenken zum Trotz.
(2): Indien: Der Zorn von Kaschmir
Immer mehr junge Menschen aus dem indischen Teil Kaschmirs scheinen sich den Rebellen anschließen zu wollen.
Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs ist dies die längste Krise um eine Grenze: Indien und Pakistan streiten sich seit 1947 um die Bergregion im Herzen des Himalaya. Sie ist aufgeteilt zwischen beiden Ländern und jedes Land möchte sich den Teil des anderen gerne einverleiben. Mitten drin in diesem Konflikt leben die Menschen von Kaschmir, die Mehrzahl ist muslimischen Glaubens. Seit 1989 kämpft eine Guerillabewegung gegen die indische Zentralregierung für die Unabhängigkeit Kaschmirs – ein „Krieg im Krieg“, der jedes Jahr an Intensität zuzulegen scheint. Am 14. Februar 2019 lenkte ein junger Mann aus Kaschmir sein mit Sprengstoff voll beladenes Auto gegen einen Bus der indischen Armee, 44 paramilitärische Einsatzkräfte verloren ihr Leben. Dieser Anschlag einer radikalen islamistischen Separatistengruppe lenkte den Blick der schockierten Öffentlichkeit auf ein neues Phänomen: Es scheint, dass immer mehr junge Menschen aus dem indischen Teil Kaschmirs sich radikalisieren und den Rebellen anschließen wollen. Ihr Widerstand schließt jeden Dialog mit den indischen Behörden aus. 


  • Land :
    • Frankreich
  • Jahr :
    • 2019
  • Herkunft :
    • ARTE