ARTE ReportageKenia: Nie mehr Mädchen beschneiden

52 Min.
Verfügbar vom 24/08/2019 bis 29/09/2019
(1) Kenia: Offiziell ist die Genitalverstümmelung in dem ostafrikanischen Land seit 2011 verboten. Doch weiterhin werden Mädchen und Frauen beschnitten. Offen oder heimlich - wie bei den Massai. (2) Mindestens 4500 Dealer und Süchtige ließ Präsident Duterte seit 2016 töten – dafür klagt ihn der Klerus auf den Philippinen an. Will Duterte das Land wieder in eine Dikatur verwandeln?

(1): Kenia: Nie mehr Mädchen beschneiden
Offiziell ist die Genitalverstümmelung in Kenia seit 2011 verboten. Doch weiterhin werden Mädchen und Frauen beschnitten. Offen oder heimlich - wie bei den Massai.
Lucy war 12 Jahre alt, als sie diesen Albtraum erlebte. Es war zu Beginn der großen Ferien, gleich als sie in ihr Dorf zurückkam. Die Bewohner hatten ein Fest für die Mädchen organisiert. Dann haben Frauen sie festgehalten und eine holte die Rasierklinge.
Heute ist Mama Lucy eine Kämpferin. Eine, die mit all ihrer Kraft und Überzeugung Krieg führt gegen die Genitalverstümmelung. Zusammen mit der humanitären Organisation „Amref Health Africa“ unterrichtet sie junge Mädchen – in Anatomie, Frauenrechte und Widerstand gegen diesen grausamen und sinnlosen Akt. Für die Massai werden die Mädchen durch die Beschneidung zu Frauen, doch Lucy will diese brutale Tradition ihres Volkes überwinden. Sie feiert stattdessen ein Fest, damit die Mädchen die Schwelle zum Erwachsenwerden anders überwinden, ohne Verstümmelung.
(2): Philippinen: Kirche im Widerstand
Mindestens 4.500 Dealer und Süchtige ließ Präsident Duterte in zwei Jahren Amtszeit töten – dafür klagt ihn der Klerus auf den Philippinen an.
Als Rodrigo Duterte vor zwei Jahren sein Amt antrat, erklärte er den Drogen den Krieg: Polizei und Killerkommandos erhielten Freibriefe, Dealer und Süchtige auf offener Straße hinzurichten. 4.500 Menschen erschossen seine Schergen offiziell bis heute, Menschenrechtler und Kirche aber vermuten, dass es eher über 20.000 sind, die Dutertes War on Drugs bis jetzt zum Opfer fielen. Dabei sind auch ehemalige Informanten der Polizei aus dem Drogenmilieu, vermutlich wurden sie als „Beifang“ abgeschlachtet, infolge von Intrigen oder Racheakten der Drogen-Mafia. Nun wehrt sich die katholische Kirche auf den Philippinen: Sie vermutet, dass der War on Drugs nur ein Vorwand sein könnte, ihr Land wieder in eine Diktatur zu verwandeln – wie damals unter Ferdinand Marcos, von 1976 bis 1986. Übrigens spielte die Kirche damals bei Marcos Sturz eine entscheidende Rolle.


  • Land :
    • Frankreich
  • Jahr :
    • 2019
  • Herkunft :
    • ARTE