ARTE ReportageJapan: Die Freunde des Diktators Kim Jong-un / USA: Im Schatten des Öl-Booms von Texas

52 Min.

Gut 30 000 Koreaner im japanischen Exil stehen bis heute in Treue fest zur Diktatur von Nordkorea. - Öl und Schiefergas bescherten einer der ärmsten Regionen in Texas in den letzten Jahren einen beispiellosen Aufschwung.

(1): Japan: Die Freunde des Diktators Kim Jong-un
Gut 30.000 Koreaner im japanischen Exil stehen bis heute in Treue fest zur Diktatur von Nordkorea. 
Gut eine halbe Million Koreaner leben heute in Japan, als Nachkommen der Arbeiter, die nach der Annektierung Koreas durch Japan im Jahr 1910 ins Land der Sieger geschickt wurden: Die „Zainichis – Die in Japan Gebliebenen“ blieben bis heute Bürger zweiter Klasse, sie sind keine japanischen Staatsbürger, dürfen nicht wählen, sind vom Staatsdienst ausgeschlossen, und ihre Kinder gehen auf koreanische Schulen in Japan. Sie alle fühlen sich also schon aus purer  staatsbürgerlicher Notwehr nicht als Japaner und sehnen sich nach der alten Heimat: Für die Mehrheit ist das Südkorea, eine Minderheit von gut 30.000 Koreanern in Japan aber fühlt sich dem Volk und der Diktatur von Nordkorea sehr eng verbunden. Der „Ch’ongryŏn – Allgemeiner Verband der Koreaner in Japan“ unterhält enge Beziehungen zur Regierung von Nordkorea. Ihm wird vorgeworfen, mit unterschlagenen Devisen auch das Atomprogramm des Diktators Kim Jong-un unterstützt zu haben. Das bestreitet der Verband allerdings heftig.

(2): USA:  Im Schatten des Öl-Booms von Texas
Öl und Schiefergas bescherten einer der ärmsten Regionen in Texas in den letzten Jahren einen beispiellosen Aufschwung.
Bis 2010 lebten in Cotulla im Süden von Texas kaum 3.000 Einwohner im trägen Rhythmus der Rinder auf den Weiden – viele Rancher kämpften damals ums nackte Überleben, die Stadt war schwer gezeichnet von der Armut. Als sie dann die reichen Vorkommen von Öl und Schiefergas entdeckten, wurden arme Rancher durch das Rohöl auf ihrem Land über Nacht zu Millionären, die Stadt boomte, aus 3.000 wurden 9.000 Einwohner, fast alle verdienten sehr gut mit den neuen Jobs in der Ölindustrie. Die USA stiegen dank des Frackings vom dritten auf den ersten Platz der Erdölproduzenten der Welt, vor Saudi-Arabien und Russland. Wie lange die Vorräte im Boden noch reichen, das weiß zurzeit wohl niemand – doch die Folgen der Förderung machen sich allmählich bemerkbar: Die Erdbeben nehmen zu, das Grundwasser wird wohl durch austretendes Öl verseucht, wie schwer und wie lange, das weiß anscheinend auch keiner. Es geht ja vor allem erst einmal ums Geldverdienen, wie immer im Vaterland des Kapitalismus.   


  • Land :
    • Frankreich
  • Jahr :
    • 2019
  • Herkunft :
    • ARTE