ARTE ReportageAfghanistan: Die Taliban wittern ihre Chance

52 Min.
Verfügbar vom 25/05/2019 bis 23/06/2019

Afghanistan: Falls US-Präsident Trump die US-Truppen aus dem Land abzöge, könnten Taliban und IS die Oberhand gewinnen. Nach Ansicht vieler Experten hat die afghanische Armee ohne die Schlagkraft der US-Truppen kaum eine Chance gegen den islamistischen Terror. - Mexiko: Die Wirtschaftskrise zwingt viele Mexikaner dazu, die Pipelines der großen Ölgesellschaften heimlich anzuzapfen.

(1): Afghanistan: Die Taliban wittern ihre Chance
Wenn Präsident Trump die US-Truppen aus dem Land zurückzöge, könnten Taliban und IS die Oberhand gewinnen.
14.000 US-Soldaten sind heute, 18 Jahre nach der Intervention gegen das Taliban-Regime, in Afghanistan stationiert - zur Unterstützung der afghanischen Armee im Rahmen einer NATO-Mission gegen die Taliban und andere islamistische Terrorgruppen. 2017 noch war Afghanistan das Land in der Welt, in dem der Terror die meisten Opfer forderte – die Zahl der zivilen Opfer war seit zehn Jahren nicht mehr so hoch. So instabil war die Lage noch nie, denn die Taliban kontrollieren heute wieder große Teile des Landes, und Gruppen des afghanischen Ablegers des IS verüben regelmäßig tödliche Anschläge, auch in der Hauptstadt Kabul.
Nach Ansicht vieler Experten hat die afghanische Armee, geschwächt durch die Korruption und die in Massen desertierenden Soldaten, ohne die Schlagkraft der US-Truppen kaum eine Chance gegen den islamistischen Terror. Angesichts dieser Schwäche, greifen in vielen Dörfern Selbstverteidigungsmilizen zu den Waffen, zum Teil finanziell unterstützt durch den Staat. Allerdings wirft man ihnen häufig Machtmissbrauch, brutale Übergriffe, auch Folter und Kriegsverbrechen vor, als Folge der territorialen Konflikte zwischen den Clanchefs. Diese Konflikte könnten Taliban und IS nach einem Abzug der US-Truppen für sich nutzen.     
(2): Mexiko: Benzin klauen zum Überleben
Viele Menschen in Mexiko zapfen die Pipelines der Ölgesellschaften an, aus purer Not …
Die Wirtschaftskrise zwingt offensichtlich viele Menschen in Mexiko dazu, die Pipelines der großen Ölgesellschaften heimlich anzuzapfen, um das Benzin dann auf dem Schwarzmarkt zu verkaufen. Als am 18. Januar eine solche Zapfstelle im Bundesstaat Hidalgo explodierte, starben 135 Menschen in den Flammen. Trotz dieser Gefahren haben sich dort richtige Familienunternehmen entwickelt: Die Bauen bohren die Leitungen unter ihren Feldern an und lagern das Benzin, um es später zu verkaufen. Kinder passen auf, dass das keiner entdeckt und pfeifen Alarm bei jeder verdächtigen Bewegung. Gesteuert wird das alles natürlich von den Kartellen, die mit Pipeline-Bohren und Benzin-Klau im großen Maßstab inzwischen noch mehr verdienen als mit dem Drogenhandel – und die örtliche Polizei schließt gerne die Augen, denn sie verdient daran mit. Jedes Jahr verliert Mexico 3 Milliarden Dollar durch das illegale Geschäft mit dem Benzin.    


  • Land :
    • Frankreich
  • Jahr :
    • 2019
  • Herkunft :
    • ARTE