ARTE ReportageIndien: Der Zorn von Kaschmir

53 Min.
Verfügbar vom 26/08/2019 bis 24/09/2019

Indien/Kaschmirkonflikt - Immer mehr junge Menschen aus dem indischen Teil Kaschmirs scheinen sich den Rebellen anschließen zu wollen. Ihr Widerstand schließt jeden Dialog mit den Behörden aus. - Irak - Ende 2017 war der IS im Irak besiegt – die Milizen der Nationalmobilmachung aber wollen immer noch weiter kämpfen. Man sagt ihnen nach, sie würden vom Iran unterstützt ...

(1): Indien: Der Zorn von Kaschmir
Immer mehr junge Menschen aus dem indischen Teil Kaschmirs scheinen sich den Rebellen anschließen zu wollen.
Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs ist dies die längste Krise um eine Grenze: Indien und Pakistan streiten sich seit 1947 um die Bergregion im Herzen des Himalaya. Sie ist aufgeteilt zwischen beiden Ländern, und jedes Land möchte sich den Teil des anderen gerne einverleiben. Mitten drin in diesem Konflikt leben die Menschen von Kaschmir, die Mehrzahl ist muslimischen Glaubens. Seit 1989 kämpft eine Guerillabewegung gegen die indische Zentralregierung für die Unabhängigkeit Kaschmirs – ein „Krieg im Krieg“, der jedes Jahr an Intensität zuzulegen scheint.  
Am 14. Februar 2019 lenkte ein junger Mann aus Kaschmir sein mit Sprengstoff voll beladenes Auto gegen einen Bus der indischen Armee, 44 paramilitärische Einsatzkräfte verloren ihr Leben. Dieser Anschlag einer radikalen islamistischen Separatistengruppe lenkte den Blick der schockierten Öffentlichkeit auf ein neues Phänomen: Es scheint, dass immer mehr junge Menschen aus dem indischen Teil Kaschmirs sich radikalisieren und den Rebellen anschließen wollen. Ihr Widerstand schließt jeden Dialog mit den indischen Behörden aus. 
(2): Irak: Die Milizen kämpfen weiter
Ende 2017 war der IS im Irak besiegt – die Milizen der Nationalmobilmachung aber wollen immer noch weiter kämpfen. 
150.000 Männer griffen im Juni 2014 zu den Waffen, nach der Fatwa des Ajatollah al-Sistani gegen den IS. Er ist die höchste religiöse Autorität des Irak. In der sogenannten Nationalmobilmachung, der al-Hadsch asch-Scha’bi, versammelten sich 50 Milizen, vorwiegend der schiitischen Glaubensrichtung. Sie trugen wesentlich bei zum Sieg gegen den IS, gemeinsam mit der irakischen Armee, unterstützt durch die internationale Koalition. Allerdings wirft man den schiitischen Milizen bis heute Gräueltaten in den sunnitischen Regionen des Irak vor.
Seit 2016 sind die Milizen der al-Hadsch offiziell der irakischen Armee unterstellt, doch bis heute ist ihr Status in dem einigermaßen fragilen Staatsgebilde des Irak nicht eindeutig geklärt. Die al-Hadsch verfügt noch immer über ihre bewaffneten Truppen und sogar über einen politischen Arm: Sie sitzen mit 48 Abgeordneten als zweitstärkste Kraft im irakischen Parlament. Man sagt ihnen nach, sie würden vom Iran unterstützt und strebten auch die Ideale des Gottesstaates an. Sie wollen auf jeden Fall auch als soziale Bewegung im Irak von heute eine wichtige Rolle spielen.    


Land :
Frankreich
Jahr :
2019
Herkunft :
ARTE