ARTE Reportage

Algerien: Die Jugend will die Wende / Liberia: Im 5. Jahr nach Ebola

53 Min.
Verfügbar vom 13/04/2019 bis 12/05/2019
Algerien: Der Rückzug von Präsident Bouteflika nach den Protesten v.a. junger Menschen gegen ihn und seine Regierung erscheint wie ein Signal zu einer möglichen Erneuerung des Landes. - Liberia: Was hat die Welt vom großen Ebola-Ausbruch vor fünf Jahren gelernt? Was ist übrig geblieben von den Milliarden, die damals ins Land flossen..?

(1): Algerien: Die Jugend will die Wende
Die Demonstrationen gegen Präsident Bouteflika belegen, wie sehr die Jugend Algeriens auf eine Wende hofft.  
Der Rückzug des Präsidenten Bouteflika, nach den Protesten gegen ihn und seine Regierung, erscheint wie ein Signal zu einer möglichen Erneuerung des Landes. ARTE Reporter durften mit jungen Leuten im Land drehen: Jamal schlägt sich mit kleinen Jobs durchs Leben, so wie viele andere auch. Er war bei allen Demonstrationen dabei und wünscht sich vor allem einen richtigen Arbeitsplatz und eine anständige Wohnung. Houda studiert Medizin, sie arbeitet bereits in der Kinderchirurgie eines Krankenhauses. Sie hofft auf mehr Freiheiten für die Frauen. Mohamed ist ein franco-algerischer Unternehmer, der gerade erst sein eigenes Startup lanciert hat. Er will in Algerien investieren, eben weil er an die Jugend dort glaubt: Auch dank der sozialen Medien sind sie dort der Welt außerhalb Algeriens zugewandt – und sie hoffen, dass die Regierung ihr Versprechen von einer Wende hält.
(2): Liberia: Im fünften Jahr nach Ebola
Learning by dying, sagen die Liberianer – was haben die Menschen gelernt aus der Ebola Epidemie vor fünf Jahren?
Vor fünf Jahren begann sich das Ebola Virus rapide in Westafrika auszubreiten, mehr als 11.000 Menschen starben, knapp die Hälfte davon in Liberia. Die Epidemie zerstörte das Gesundheitssystem des Landes und konnte erst unter Kontrolle gebracht werden, als die internationale Gemeinschaft darin eine Gefahr für die ganze Welt erkannte und mehr als 3,5 Milliarden Euro zur Bekämpfung des Virus zur Verfügung stellte. Heute allerdings fühlt sich das Land von der internationalen Gemeinschaft vernachlässigt. Liberia steckt in einer Wirtschaftskrise. In den Krankenhäusern fehlen Medikamente und Strom. Nach wie vor konsumieren Liberianer so genanntes Buschfleisch, wie Affen, Nager oder Fledermäuse, die das Ebola Virus und auch neuartige Erreger in sich tragen können. 
Doch die Erfahrungen, die Ärzte, Pfleger und Gesundheitsbeamten während der Epidemie sammelten, sie bilden ein einzigartiges, wertvolles Kapital: Learning by dying, sagte man damals in Liberia, lernen durch sterben. Was also hat die Welt gelernt vom großen Ebola Ausbruch vor fünf Jahren? Haben Überlebende gegen Stigmatisierung zu kämpfen, und wären Ärzte und Pfleger heute besser gegen einen neuen Ausbruch vorbereitet? Was ist übrig geblieben von den Milliarden, die damals in das Land flossen? ARTE-Reporter waren 2014 mehr als zwei Monate in Liberia. Nun kehrten sie dorthin zurück – während das Ebola Virus im Osten der Demokratischen Republik Kongo wieder neue Opfer forderte.


Land :

Frankreich

Jahr :

2019

Herkunft :

ARTE