ARTE Reportage

Kenia: Nie mehr Mädchen beschneiden

53 Min.
Verfügbar vom 02/02/2019 bis 03/03/2019
Diese Woche: Offiziell ist die Genitalverstümmelung in Kenia seit 2011 verboten. Doch weiterhin werden Mädchen und Frauen beschnitten. Offen oder heimlich - wie bei den Massai. - Jede neunte Minute ein Toter im Jahr 2017 in Brasilien: Viele Brasilianer glauben, der neue stramm rechte Präsident Bolsonaro könne die Gewalt in den Favelas zurückdrängen ...
            

(1): Kenia: Nie mehr Mädchen beschneiden
Offiziell ist die Genitalverstümmelung in Kenia seit 2011 verboten. Doch weiterhin werden Mädchen und Frauen beschnitten. Offen oder heimlich - wie bei den Massai.
Lucy war 12 Jahre alt, als sie diesen Albtraum erlebte. Es war zu Beginn der großen Ferien, gleich als sie in ihr Dorf zurückkam. Die Bewohner hatten ein Fest für die Mädchen organisiert. Dann haben Frauen sie festgehalten, und eine holte die Rasierklinge.
Heute ist Mama Lucy eine Kämpferin. Eine, die mit all ihrer Kraft und Überzeugung Krieg führt gegen die Genitalverstümmelung. Zusammen mit der humanitären Organisation „Amref Health Africa“ unterrichtet sie junge Mädchen – in Anatomie, Frauenrechten und im Widerstand gegen diesen grausamen und sinnlosen Akt. Für die Massai werden die Mädchen durch die Beschneidung zu Frauen, doch Lucy will diese brutale Tradition ihres Volkes überwinden. Sie feiert stattdessen ein Fest, damit die Mädchen die Schwelle zum Erwachsenwerden anders überwinden, ohne Verstümmelung.

(2): Brasilien: Die Gewalt in den Favelas
Fast 63.000 Menschen wurden 2017 in Brasilien gewaltsam getötet. Jede neunte Minute einer. Alle Morde ab 2001 zusammengezählt, starben in Brasilien mehr Menschen durch Gewalt als während der Kriege im Irak und Syrien.
Das ist eine traurige Statistik für das fünftgrößte Land der Erde, noch vor 20 Jahren wirtschaftlicher und demokratischer Hoffnungsträger. Vor allem Rio de Janeiro leidet seit zwei Jahren unter einer Welle der Gewalt, weil sich hier die Drogenmafia-Fraktionen bekämpfen und in immer mehr illegalen Siedlungen, den Favelas, die Kontrolle übernehmen. Rio ist seit den Großevents Fußball-Weltmeisterschaft und den Olympischen Spielen bankrott und musste die Ausgaben für die öffentliche Sicherheit drastisch reduzieren. Die Friedenspolizei UPP, mit der die Gewalt seit 2008 gesenkt werden konnte, schrumpfte von 9.000 auf 7.100 Mann. Die Regierung des Bundesstaates Rio rief wegen der überforderten Polizei im Juni 2017 sogar das Militär zu Hilfe. Der neue rechtsradikale Präsident Bolsonaro will das Verbrechen mit massiver Gewalt zurückdrängen. Als eine seiner ersten Entscheidungen lockerte er die ehemals strengen Waffengesetze: Bürger ohne Vorstrafen dürfen jetzt bis zu vier Waffen besitzen.

 


Land :

Frankreich

Jahr :

2019

Herkunft :

ARTE