ARTE Reportage
Syrien: Frau Bürgermeister von Ar-Raqqa

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Verfügbar von 28/04/2018 bis 04/05/2018
Live verfügbar: ja
Nächste Ausstrahlung am Samstag, 28. April um 16:40
Diese Woche: (1) Syrien - Frau Bürgermeister von Ar-Raqqa. Nach drei Jahren IS-Terror liegt Ar-Raqqa in Trümmern. Die neue, junge Bürgermeisterin Leila Mustafa will ihre Heimatstadt wieder aufbauen. (2) Angola - Die schamlose Elite. Seit 1975 beuten die ehemaligen Marxisten der Regierungspartei MPLA, der auch der neue Präsident Joao Laurenço angehört, schamlos ihr Volk aus.

(1) Syrien: Frau Bürgermeister von Ar-Raqqa
Nach drei Jahren IS-Terror liegt Ar-Raqqa in Trümmern – die neue Bürgermeisterin will ihre Heimatstadt wieder aufbauen.
Fünf Monate dauerte der Kampf der internationalen Koalition, Ar-Raqqa aus den Händen des IS zu befreien. Die Luftschläge der alliierten Bomber gegen die Besatzer zerstörten die historische Altstadt zu 95 Prozent. Heute regieren dort wieder die nordsyrischen Kurdenverbände. Kurz nach der Befreiung ernannte der Rat der Stadt Leila Mustafa zur neuen Bürgermeisterin. Die junge Frau steht mit ihren 30 Jahren vor einer ungeheuren Herausforderung: Die ehemaligen Bewohner Ar-Raqqas wollen gerne zurückkommen, aber ihre Häuser sind vom IS geplündert, viele liegen in Trümmern, tausende Tonnen Schutt blockieren die Straßen, überall lauern noch „vergessene“ Sprengkörper aller Art. Tausende Flüchtlinge warten deshalb in einem Lager 60 Kilometer vor der Stadt - unter ihnen auch viele ehemalige Anhänger des IS.
Leila Mustafa zur Seite steht ein ehemaliger Rechtsanwalt als zweiter Bürgermeister. Sein Vorgänger, der politischer Ziehvater Leilas, wurde gerade von einem Todeskommando hingerichtet. Leila Mustafa als erste Bürgermeisterin in der ehemaligen Hochburg des IS – das ist ein starkes Symbol. Aber auch eine schwere Last für die junge Frau: Seit dem Attentat auf ihren zweiten Bürgermeister wagt sie sich nur noch mit einer Leibwache aus dem Haus.
(2) Angola: Die schamlose Elite
Seit 1975 beuten die ehemaligen Marxisten der Regierungspartei MPLA schamlos ihr Volk aus - und das hofft sehnlichst auf eine Wende ...
Angola ist heute der zweitgrößte Erdöl-Exporteur Afrikas - sein Aufstieg begann nach dem Ende von 27 Jahren Bürgerkrieg im Jahr 2002. Einige Jahre später wurde Luanda die teuerste Hauptstadt der Welt. Doch die Milliarden aus dem Öl Boom flossen vor allem in die Taschen der Familie des 38 Jahre lang allein regierenden Präsidenten Eduardo dos Santos. Während in Luanda immer mehr Wolkenkratzer und glitzernde Fassaden vom neuen Reichtum einer kleinen schamlosen Elite künden, leben 55 Prozent der Angolaner bis heute von weniger als einem Dollar am Tag.
Im August vergangenen Jahres trat Präsident Eduardo dos Santos aus Gesundheitsgründen nicht mehrzu Wiederwahl an. Sein Nachfolger Joao Laurenco versprach aufzuräumen, die allgegenwärtige Korruption zu bekämpfen und der Mehrheit der Armen endlich zu helfen. Ganz im Sinne der Partei, der er angehört, wie sein Vorgänger: Sie nennt sich "Volksbewegung für die Befreiung Angolas MPLA". ARTE-Reporter Edgar Wolf allerdings hat nach seiner Recherche große Zweifel an der Wahrhaftigkeit seiner Versprechen.


Land :

Frankreich

Jahr :

2018

Herkunft :

ARTE