ARTE Reportage
Gaza: Überleben am Abgrund

2 Min.
Verfügbar von 29/08/2018 bis 04/09/2018
Live verfügbar: ja
Nächste Ausstrahlung am Mittwoch, 29. August um 06:15
Hamas und Fatah machen sich gegenseitig das Leben schwer. Die Leidtragenden sind die zwei Millionen Menschen in Gaza. / Peking soll bis 2049 die blühende Hauptstadt der Welt werden. Dazu müssen aber als erste Maßnahme die Elendsviertel weichen und die Armen, die darin wohnen. Es sind vor allem Wanderarbeiter, sie haben ohnehin kein permanentes Aufenthaltsrecht in Peking. 

(1): Gaza: Überleben am Abgrund
Noch immer leiden die Menschen in Gaza unter dem palästinensischen Bruderstreit zwischen Hamas und Fatah.
Der bittere Machtkampf hört nicht auf, trotz der Einigung Ende vergangenen Jahres, zwischen der extremistischen Hamas, die in Gaza herrscht und der von der Fatah dominierten palästinensischen Autonomiebehörde im Westjordanland. Finanziell hat die Hamas keine Alliierten mehr. Sie steht mit dem Rücken zur Wand, sodass sie sich schon im Oktober 2017 auf eine Übergabe der Macht verständigt hat. Doch die Umsetzung des Aussöhnungsabkommens steckt in der Sackgasse. Beide Palästinenserorganisationen machen sich gegenseitig das Leben schwer. Die Leidtragenden sind die zwei Millionen Menschen in Gaza: Sie sind ohnehin schon jahrelang abgeschlossen von der Welt, denn seit die radikalen Hamas-Kämpfer ihre Raketen auf Israel schossen, blockiert die israelische Armee die Zugänge zum Gazastreifen.
(2): Peking: Jagd auf die Armen
Peking will bis 2020 insgesamt 15 Prozent weniger Einwohner zählen. Deshalb drängen sie zurzeit die Wanderarbeiter raus aus der Stadt.
Staatspräsidenten Xi Jinping verfolgt ein großes Ziel: Peking soll bis 2049 die blühende Hauptstadt der Welt werden. Dazu müssen aber als erste Maßnahme die Elendsviertel weichen und die Armen, die darin wohnen. Es sind vor allem Wanderarbeiter, sie haben ohnehin kein permanentes Aufenthaltsrecht in Peking: Im November walzten die Bagger eine Siedlung bei Xinjiang platt, nachdem die Behörden die 200.000 dort lebenden Menschen aufgefordert hatten, ihre Häuser, Wohnungen, Läden und Werkstätten sofort zu räumen. 
Die Behörden bezeichnen die Wanderarbeiter gerne als „Abschaum der Gesellschaft“ - doch sie unterschlagen dabei, dass gerade diese Arbeiter vom Land wesentlich mit dazu beitrugen, China zur Fabrik der Welt umzuformen: mit viel Fleiß und Überstunden, zum Teil ohne jede soziale Absicherung und in der Regel zu kleinen Löhnen. Gegen die Räumungen zu protestieren, das traut sich niemand in der sogenannten Volksrepublik, die ihren elitären Kapitalismus mehr schlecht als recht unter der sozialistischen Fahne verhüllt. Die ARTE-Reporter dokumentieren das Schicksal der Wanderarbeiter in Peking in diesem Winter.   


Land :

Frankreich

Jahr :

2018

Herkunft :

ARTE