Sendetermine und Verfügbarkeit

Sendetermine: Samstag, 14. Oktober um 16.40 Uhr

Livestream: ja

Online verfügbar: nein

Amazonas: Wissenschaftler unter Waffen - Biologen, Ingenieure und Botaniker ziehen als bewaffnete Schutztruppe in Brasiliens Dschungel. - Russland: Gewalt gegen Frauen - "Schlägt er Dich, dann liebt er dich", sagt man in Russland - das hat schlimme Folgen ...

(1): Amazonas: Wissenschaftler unter Waffen

Biologen, Ingenieure und Botaniker ziehen als bewaffnete Schutztruppe in Brasiliens Dschungel.

Das IBAMA – Institut für Umweltschutz Brasiliens – hat eine in der Welt wohl einmalige Truppe aus Wissenschaftlern mit Schnellfeuerwaffen ins Leben gerufen: Angesichts der im vergangenen Jahr 2016 um traurig-rekordverdächtige 30 Prozent gestiegenen Rodung des Regenwaldes am Amazonas wollen sie den illegalen Holzhändlern und Minenbetreibern das Handwerk legen. Die Idee ist, dass Wissenschaftler an den Tatorten im Dschungel Beweise sichern und sie dann vor Gericht fundiert gegen die Täter verwenden können. In der Praxis allerdings ist dieser Job ein Himmelfahrtskommando: Die kriminellen Wald-Ausbeuter sind in der Regel schwer bewaffnet und sie verteidigen sich ohne jeden Skrupel gegen alle „Störenfriede“.

Irgendetwas aber muss Brasilien tun gegen die illegale Zerstörung des größten Waldes der Erde. Denn beim UN-Klimaabkommen 2015 in Paris verpflichteten sich die Brasilianer, die „Entwaldung“ am Amazonas bis 2030 zu stoppen. ARTE-Reporter waren bei der Ausbildung der neuen Schutztruppe dabei und durften sie bei ihren ersten Einsätzen im Dschungel begleiten.

(2): Russland: Gewalt gegen Frauen

"Schlägt er Dich, dann liebt er dich", sagt man in Russland - das hat schlimme Folgen…

Nach Uno-Angaben sterben jährlich 14.000 russische Frauen durch die Gewalt ihrer Nächsten. In den USA sind es jährlich über 940 Frauen, dort aber leben aber doppelt so viele Menschen. Im Februar verabschiedete die Duma ein neues Gesetz: Wer in Russland Frau oder Kinder verprügelt, dem droht seitdem nur noch ein Bußgeld bis 460 Euro oder bis zu 15 Tage Haft – nur wer mehr als einmal im Jahr zuschlägt, Blutergüsse sichtbar sind oder Knochen brechen, der kommt vor Gericht. Doch nur wenige Frauen zeigen ihre Männer an - aus Misstrauen den Behörden gegenüber, aus Angst, bloßgestellt zu werden oder danach ganz alleine dazustehen.

Seit Jahren setzen sich Aktivisten in Russland für ein Gesetz gegen häusliche Gewalt ein, wie es in 142 anderen Ländern existiert – bislang vergeblich. Ein ARTE-Reporterteam redete mit Frauen, die Opfer häuslicher Gewalt wurden, mit Polizisten, Rechtsanwälten, Psychologen und den Mitarbeitern von Frauenhäusern: ein Blick hinter den Vorhang des Schweigens, in die Grauzone des gesellschaftlichen Lebens in Russland.

 

Besetzung und Stab
  • Land:Frankreich
  • Jahr:2017
  • Herkunft:ARTE
Kommentare (0)