ARTE Reportage
Myanmar: Der sterbende See

53 Min.
Verfügbar von 09/08/2018 bis 15/08/2018
Live verfügbar: ja

Myanmar: Der sterbende See - Seit 400 Jahren siedeln die Inthas in Pfahlbauten auf dem Inle-See und betreiben Landwirtschaft – heute ist das ökologische Gleichgewicht in Gefahr. - Benin: Godfreys Farm als Vorbild - Über einen Hoffnungsschimmer für viele Afrikaner.

(1): Myanmar: Der sterbende See Vor 400 Jahren siedelten die Inthas in Pfahlbauten auf dem Inle-See – heute ein bedrohtes Paradies. Die Inthas sind Bauern und Fischer; einst geflohen vor einem Krieg, legten sie zwischen ihren Pfahlbauten schwimmende Gärten an und fischen seit Jahrhunderten im Einklang mit der Natur des Sees. Zweimal im Jahr ernten sie köstliche Tomaten, die in ganz Myanmar begehrt sind. Wer einmal gesehen hat, wie die Fischer mit ihren Teakholz-Booten an den Pagoden am Ufer vorbeigleiten, den verfolgen diese Bilder bis in seine schönsten Träume. Leider aber trüben sich diese Bilder seit ein paar Jahren: Der Inle-See ist in Gefahr. Das fragile Gleichgewicht zwischen Natur und Mensch ist ins Wanken geraten, seit die Bauern künstlichen Dünger und Pestizide einsetzen. Der Tourismus, nach dem Einlenken der Militärdiktatur stark im Aufschwung und wirtschaftlich sehr willkommen, stört das alte Gleichgewicht ebenfalls empfindlich. Vor allem aber die Abholzung der Wälder an den Hängen der Berge nahe am See verursachte bei Regen in den letzten Jahrzehnten immer mehr Schlammablagerungen im See. Dadurch schrumpfte er um ein Drittel im Vergleich zu den 30er Jahren. Die Zeit drängt. Wenn nichts dagegen unternommen wird, dann wird der Inle-See in 50 bis 75 Jahren wohl verschwunden sein, prophezeien die Wissenschaftler. (2): Benin: Godfreys Farm als Vorbild Er sei weder ein Guru noch ein Prophet, sagt Godfrey Nzamujo von sich selbst. Doch das Konzept seiner Bio-Farm in Benin findet immer mehr Nachahmer. Die Idee dazu hatte der Dominikanerpriester, der auch Elektroingenieur ist, in den 80er Jahren. Damals ließ er sein Labor in Kalifornien hinter sich und kehrte in sein Heimatland zurück. Afrika ist reich und weiß es nur nicht, davon ist Godfrey Nzamujo überzeugt. Die Ressourcen müssten nur vernünftig ausgeschöpft werden. Fast alles lässt sich vor Ort anbauen und herstellen. Wenn man dann noch die Abfälle nutzt, ist zum Beispiel mit Biogas auch die Energieversorgung gesichert. Anstatt von Lebensmitteln und Hilfen anderer Länder abhängig zu sein, kann Afrika sich selbst versorgen, so Godfreys Idee. Genau das macht er mit seinen Mitarbeitern seit 25 Jahren auf seiner Farm Songhaï. Mittlerweile ist seine Farm ein Erfolgsmodell für viele andere Landwirte auf dem Kontinent geworden. Godfrey Nzamujo hat Philippe Brachet und Alexandre Rossignol seine Farm gezeigt. Die ARTE-Reporter haben den Bauern auf Songhaï über die Schulter geguckt und erzählen in ihrer Reportage, warum die Farm ein Hoffnungsschimmer für viele Afrikaner ist.

Land :

Frankreich

Jahr :

2016

Herkunft :

ARTE