Drei Farben: Blau

Ausschnitt (2 Min.)
Verfügbar am 22/02/2019 um 1:00
Nächste Ausstrahlung am Freitag, 22. Februar um 01:00
AudiodeskriptionUntertitel für Gehörlose
Als Julie ihren Mann und ihre Tochter bei einem Autounfall verliert, verkauft sie das Landhaus der Familie und zieht in eine kleine Pariser Wohnung. Dort versucht sie, sich von der Vergangenheit zu lösen. - ARTE zeigt Krzysztof Kieslowskis Film (1993) zum Auftakt der diesjährigen Berlinale, bei der Hauptdarstellerin Juliette Binoche 2019 den Juryvorsitz innehat.

Bei einem Autounfall verliert Julie ihren Mann Patrice, einen berühmten Komponisten, und ihre kleine Tochter Anna. Julie stürzt durch die Tragödie in eine tiefe Krise und entschließt sich schließlich, ihrer Trauer und der Einsamkeit in die Anonymität der Großstadt zu entfliehen. Sie verkauft alles, was sie hat, und bezieht eine kleine Wohnung in Paris. Doch die Flucht ist nicht von langer Dauer, denn eine Musikjournalistin äußert den Verdacht, Julie habe in Wirklichkeit das berühmte Werk ihres Mannes komponiert. Patrices Assistent Olivier, der Julie schon seit langer Zeit liebt, beschließt, das unvollendete Konzert zum Abschluss zu bringen. Damit gelingt es ihm, Julie aus der Isolation zu verhelfen – und ihre Liebe zu gewinnen.
Die Trilogie „Drei Farben“ thematisiert die Farben der französischen Nationalflagge, der Trikolore, und widmet sich deren symbolischer Bedeutung und der damit verbundenen Ideen von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit. Diese bilden den Ausgangspunkt für den Filmzyklus des polnischen Regisseurs Krzysztof Kieslowski „Blau“ (1993), „Weiß“ (1993) und „Rot“ (1994). Kieslowski, der eine enge Beziehung zu Frankreich, seiner Kultur, Philosophie und Politik hatte, äußert sich zu seinem Werk folgendermaßen: „Wir haben versucht zu zeigen, was die drei historischen Begriffe heute für uns bedeuten. Für uns, die wir die Freiheit schon haben, gleich sind und in der Brüderlichkeit ein gemeinsames Ideal sehen.’’ Eine Wohlstandgesellschaft also, die dennoch an den existenziellen Fragen des Lebens nicht vorbei kommt.
Entsprechend der Farbsymbolik der Trikolore behandelt der erste Teil der Farben-Trilogie das Thema der Freiheit, die Kieslowski zunächst als negative Freiheit beginnen lässt. Die von Juliette Binoche meisterhaft gespielte Protagonistin Julie exzerpiert im Laufe des Films eine drastische und konsequente (Neu)Interpretation eines klassischen Freiheitsideals, indem sie sich von den Fesseln der Trauer befreit und ein neues Leben beginnt.


Regie :

Krzysztof Kieslowski

Produzent/-in :

Marin Karmitz
CAB Productions
CED Productions
Eurimages
France 3 Cinéma
MK2 Productions
Zespol Filmowy "Tor"

Kamera :

Slawomir Idziak

Schnitt :

Jacques Witta

Musik :

Zbigniew Preisner

Mit :

Juliette Binoche (Julie Vignon)
Benoît Régent (Olivier)
Florence Pernel (Sandrine)
Charlotte Véry (Lucille)
Hélène Vincent (die Journalistin)
Hugues Quester (Patrice)

Autor :

Krzysztof Piesiewicz
Krzysztof Kieslowski

Land :

Frankreich
Polen
Schweiz

Jahr :

1993

Herkunft :

ARTE F