Züchte Raben

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106 Min.
Verfügbar vom 01/05/2021 bis 31/10/2021
Die Geschichte der achtjährigen Ana (Ana Torrent), die lernen muss, mit dem Tod ihrer Eltern umzugehen. Der Film (1975, Regie: Carlos Saura) ist eine Allegorie auf die marode gewordene Utopie des spanischen Großbürgertums und vermischt Anas Träume und Erinnerungen mit der Wirklichkeit.

Die achtjährige Ana lebt mit ihren Schwestern Irene und Juana und den Eltern María und Anselmo in einer großzügigen Villa in Spanien. Ihre schöne und verletzliche Mutter, eine verhinderte Pianistin, ist Anas ein und alles. Die Kindheit des sensiblen Mädchens ist von den Streitereien der Eltern, der Distanziertheit des Vaters und von Schlaflosigkeit geprägt. So flüchtet sie sich in Tagträume. Mit der Mutter teilt sie einen Hang zum Fantasieren. Eine Dose mit Backpulver ist – so stellen sie sich mit spielerischem Ernst vor – ein tödliches Gift.

Ana glaubt, nun die Macht über Leben und Tod zu besitzen. Als María nach qualvoller Krankheit zu Hause stirbt, gibt sie dem Vater die Schuld am Leid der geliebten Mutter und schüttet etwas von dem Pulver in seine Milch. Und tatsächlich stirbt der Vater noch in derselben Nacht. Die Schwestern sind nun Vollwaisen und werden von ihrer energischen Tante Paulina in ihrem Elternhaus großgezogen. Noch immer leidet Ana an Schlaflosigkeit und der übergroßen Sehnsucht nach ihrer Mutter. Erst als sie versucht, Paulina mit ihrem magischen Pulver zu töten, nimmt die Handlung eine Wendung. Es gelingt Ana, aus ihrer Fantasiewelt aufzutauchen und sich vom klammen Griff der Trauer zu lösen.

Ana ist das Symbol einer entwurzelten Generation, die sich in der Zukunft haltlos fühlen muss, da sie noch die vergangenen Verluste betrauert. Der Film gilt als metaphorische Studie über die Situation der spanischen Oberschicht: Die Alten sind gestorben, ihre Villen dem Zerfall preisgegeben.

"Züchte Raben" verhalf dem spanischen Regisseur Carlos Saura zum internationalen Durchbruch. Er hatte auch selbst das Drehbuch verfasst. Der Film erhielt 1976 den Großen Preis der Jury in Cannes und wurde als bester fremdsprachiger Film 1977 für einen César und 1978 für einen Golden Globe nominiert.

"Das Bild einer faulen, bis ins Mark erstarrten Madrider Patrizierfamilie als Metapher für die in Zwängen erstickende, innerlich zerfallende spanische Gesellschaft. Von Bitterkeit geprägte, hervorragend inszenierte kritische Gesellschaftsanalyse, atmosphärisch ungeheuer dicht, in der Hauptrolle faszinierend gespielt." (Lexikon des Internationalen Films)




    

    

    

    

 



  • Regie :
    • Carlos Saura
  • Drehbuch :
    • Carlos Saura
  • Produktion :
    • Elías Querejeta Producciones Cinematográficas
  • Produzent/-in :
    • Elías Querejeta
  • Kamera :
    • Teo Escamilla
  • Schnitt :
    • Pablo G.del Amo
  • Musik :
    • Federico Mompou
    • José Luis Perales
  • Mit :
    • Geraldine Chaplin (María/Anas Mutter)
    • Ana Torrent (Ana)
    • Mónica Randall (Tante Paulina)
    • Héctor Alterio (Anselmo, Anas Vater)
    • Mirta Miller (Amelia Garontes)
    • Florinda Chico (Rosa)
    • Conchita Pérez (Irene)
    • Maite Sanchez (Maite)
    • Josefina Díaz (Großmutter)
  • Land :
    • Spanien
  • Jahr :
    • 1980
  • Herkunft :
    • ARTE F