Seit Jahren kommt man an der Werbung für Shen Yun nicht vorbei. Dabei hat die Öffentlichkeit meist keine Ahnung, was sich hinter den Kulissen der erfolgreichen Tanzshows verbirgt. Weltweit hunderte von Auftritten in ausverkauften Hallen finanzieren in Wirklichkeit eine religiöse Bewegung, die in den 1990er Jahren in China entstand: Falun Gong. Aus dem Land verbannt, ließ sie sich in den USA nieder, gewann an Bedeutung und Anhängern und ist heute Gegenstand schwerwiegender Anschuldigungen.
Mit offenen Daten hat die Klagen gegen Shen Yun geprüft und ehemalige Mitglieder der Tanztruppe sowie Ex-Falun-Gong-Anhänger und ihre Angehörigen kontaktiert. Solche Zeugnisse sind selten, denn es ist schwer, sich von der Bewegung loszusagen, und noch schwerer, öffentlich über das dort Erlebte zu berichten. Anhand von Artikeln und Videos aus Falun-Gong-Medien konnte die Redaktion außerdem zahlreiche Shen-Yun-Tänzer ausfindig machen, ihren Werdegang nachverfolgen, ihr Alter feststellen und nachprüfen, ob Kinder in der Truppe sind. Dabei wurden die schwierigen Lebens- und Arbeitsbedingungen bei Shen Yun deutlich.
Die Redaktion befasste sich auch mit dem französischen Produzenten von Shen Yun, einem kleinen Verein namens „Le Lotus Sacré“, über den kaum etwas bekannt ist. Trotz diskretem Auftreten gewann der „Heilige Lotus“ mehrere öffentliche Ausschreibungen der Stadt Paris, die es ihm zehn Jahre lang ermöglichten, seine Fühler an öffentlichen Schulen in der französischen Hauptstadt auszustrecken.
Falun Gong bzw. Falun Dafa
Shen Yun
Le Lotus Sacré